Robert hat es in einigen Artikeln schon angesprochen. In der Mitte dieses Jahres werden wir zusammen mit einigen Auszubildenden ein Projekt bei Buzzriders durchführen, dass uns mit Sicherheit viel Aufschluss und eine Menge an Feedback geben wird. Daher möchte ich euch gerne einmal vorstellen, wer und was eigentlich hinter den Kaufleuten für Marketingkommunikation steckt und wie wir auf die Idee gekommen sind.
Zusammenfassend lässt sich vordergründig erwähnen, dass es sich bei den jungen Damen und Herren um Auszubildende des ersten Lehrjahres handelt, die alle eine Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Marketingkommunikation absolvieren. Bei diesem Ausbildungsgang handelt es sich um den ehemaligen Ausbildungsgang des Werbekaufmannes / der Werbekauffrau. Die Schüler kommen aus ganzen unterschiedlichen Betrieben. Aus kleinen Agenturen, aus großen Agenturen oder auch von Kundenseite. Sie besuchen alle das Walther Eucken Berufskolleg in Düsseldorf und machen dort ihren Blockunterricht. Das heißt, nach der ersten lange Phase Agenturleben (ca 7 Monate) geht es für den ersten Block in die Berufsschule. In den Fächern Kommunikation / Media / Kreation (KMK), Marketing & Marktforschung, Englisch, Produktion, Finance & Controlling, Deutsch, Wirtschafts und Soziallehre und Polititk wird ihnen das 1 x 1 des Werbens beigebracht. Noch darf ich mich selber zu einem derjenigen zählen, die das Berufskolleg besuchen und die Schulbank drücken.
Damit man neben dem ganzen theoretischen Stoff auch noch ein wenig an die praktische Arbeit kommt, wird immer im ersten Schulblock eine Praxisarbeit durchgeführt. Bei dieser Arbeit gibt es für die Auszubildenden ein festes Briefing (meistens zu Beginn des Blocks) an dem sie sich dann orientieren müssen. Dafür werden Gruppen gebildet, in denen die Schüler zusammen arbeiten können. Kurz vor Ende des Projekts werden die Schüler außerdem eine Woche vom Unterricht befreit, damit sie sich voll auf ihre Pitch Präsentationen konzentrieren können. Am finalen Tag erfolgen dann wie erwähnt die Präsentationen, bei denen die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen.
Wir denken, dass dies ein sehr spannendes Projekt wird und wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit haben, mit den zukünftigen Werbern zusammen arbeiten zu können.
Wenn das Projekt startet und das Briefing steht, wird es natürlich weiter Informationen geben.
Es schadet nicht, wenn man gedanklich einen Tag lang einen User auf Buzzriders verfolgt. Ich habe dazu eine Story konstruiert, was ein Beispiels-User mit Buzzriders anstellen kann: Einen Tag Buzzriders [.pdf, 100 kb].
Das hilft einerseits abzugleichen, ob der bisherige Produktplan die Situationen überhaupt abdeckt bzw. abdecken muss, die sich aus der Story ergeben und andererseits dient es als Simulation im weitesten Sinne. Als Simulation sozialer Ereignisse, die es zu abstrahieren (->in Software zu generalisierende Verhaltensweisen) und zu priorisieren gilt (z.B. nach Häufigkeit und Intensität).
Primär dient das Dokument den Azubis des ersten Lehrjahres des Ausbildungsbereiches “Kaufleute für Marketingkommunikation” am Walter-Eucken-Berufskolleg / Düsseldorf. Um sich in Buzzriders hineindenken zu können, als Basis des anstehenden Marketing-Projekts.
Bin gespannt, ob Ihr etwas entdecken werdet, was Euch gefällt, nicht zusagt oder gänzlich neu ist.
(Beitrag von Stefan Wild)
Wer wissen wollte, wie Lokaljournalisten über die Zukunft des Lokaljournalismus und der Lokalzeitung denken, der war vergangene Woche von Mittwoch bis Freitag in Dortmund beim 18. Forum Lokaljournalismus. Die Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der WAZ-Mediengruppe (im Netz besser bekannt unter DerWesten) stand unter dem Motto “Mutig, multimedial, meinungsbildend – keine Demokratie ohne die lokale Tageszeitung”.
Als Blogger konnte ich kurzfristig noch eine Akkreditierung für die Einladungsveranstaltung bekommen und so am Abschlusstag die Podiumsdiskussion “Lokalzeitung 2020 – Leitmedium oder Auslaufmodell” mitverfolgen.
Eine Reihe Thesen und Zitate hat DerWesten zusammengestellt. Ich möchte hier aber weniger auf einzelne Aussagen als auf einen Gesamteindruck eingehen. Mir hat sich hier ein Bild gezeigt, das fast nur einen Schluss zulässt: lokale Berichterstattung – um nicht in die Diskussion “Bürgerjournalismus” hineingezogen zu werden – im Internet wird in Zukunft immer weniger mit Lokalzeitungen und den Unternehmen dahinter zu tun haben. Dafür scheinen die Köpfe der Entscheider zu wenig auf den bereits veränderten Umgang mit Informationen eingestellt. Es gelingt ihnen nicht, sich in diese andersdenkenden Leser hineinzuversetzen.
Zwar haben die Teilnehmer immer wieder betont, im Sinne der Veranstaltung bewusst die Diskussion anzuheizen. Zwar haben zum Schluss alle zur großen “Umarmung” (wie Sascha Lobo es nannte) angesetzt und ein aufeinander Zugehen von Lokalzeitungen, Wissenschaft und Onlinevertretern gefordert. Aber allein schon diese Trennung Lokalzeitung auf der einen und Online auf der anderen Seite zeigt doch, dass es hier eine Kluft gibt. Und um bei der Metapher zu bleiben, einzelne Hängebrücken wie Twitter-Newsdesks und Kommentarfunktion unter den Artikeln sind eher labil. Auch die Stimmung im Publikum zeigt ein gespaltenes Bild.
Das große Problem im Onlinebereich: Der Teufelskreis aus fehlender Qualität und fehlenden Einnahmen. Oft kommt das Erstellen der Web-Inhalte noch auf das Tagesgeschäft obendrauf. Und das bei den ohnehin überlasteten weil ausgedünnten Lokalredaktionen.
Es fehlt an Geschäftsmodellen. Dabei sollte man doch meinen, dass man – eine funktionierende Vertriebs- und Buchungsmechanik vorausgesetzt – gerade im Lokalbereich besonders relevante Anzeigen bekommen sollte.
Die Probe aufs Exempel: DerWesten, Dortmund, Lokalsport. Einzige sichtbaren Anzeigen ohne Scrollen sind einmal “boot, Düsseldorf” im Querformat und einmal “boot, Düsseldorf” senkrecht. Dann kommen mit Glück (mehrmaliges Neuladen) rechts “Aktuelle Prospekte aus Dortmund” eingebettet von kaufDA. Dann ein kostenloses Girokonto, eine Partnerbörse und Werbung für Spenden. Nach ca. 5.000 Pixeln dann – welch’ Ironie – Google AdSense mit den ersten relevanten Anzeigen. Wir erinnern uns: Dortmund, Lokalsport. Hier werden mir jetzt u.a. Tickets, Reisepakete und Fanartikel für den BvB angeboten. Und selbst das finde ich nicht besonders gelungen.
Da steckt wesentlich mehr Potential drin. Aber wenn es auch nach Millioneninvestitionen mit etablierten Vertriebsteams nicht gelingt, dieses Potential auszuschöpfen, dann sehe ich für die Zukunft der lokalen online Berichterstattung eher kleine, flexibel und anders denkende Unternehmen. Die können diesen Markt erfolgreich erobern und damit auch die finanzielle Basis für hochwertige, aufwändige Inhalte schaffen. Völlig gleich, ob diese Inhalte dann z.B. durch online Gespräche “nach oben gespült” und von einem Journalisten aufbereitet oder auf dem Weg der “herkömmlichen Recherche” ins Netz gestellt und dann im Dialog mit den Lesern aktualisiert und ergänzt wird. Und unabhängig davon, ob diese Inhalte dann von einem ausgebildeten Profi stammen oder einem engagierten User, wird letztlich die Qualität jeder Leser für sich selbst bewerten.
Buzzriders wird lokale Nachrichten abdecken. Es liegt nahe, dass man ebenso Stück für Stück überregionale Nachrichten aufbereitet. Ob diese nun in Ressorts oder über eine andere Aufteilung untergliedert werden, ist noch offen. Ein wesentliches Merkmal von Buzzriders ist, dass User Nachrichten auf lokaler Ebene schreiben und zusammenstellen können. Dieses Prinzip gilt es, auf überregionaler Ebene fortzusetzen. Dazu steht uns einerseits das “Zooming” konzeptionell zur Verfügung (News auf Straßenebene können nach “oben” wandern). Und andererseits? Hierzu haben wir eine Idee entwickelt, die wir Hybrid-Blogging nennen. Das auch optisch und nicht nur funktional das Prinzip verdeutlichen soll, wie User zusammen mit dem Redakteur eines thematischen, überregionalen News-Kanals an der News-Aufbereitung arbeiten können.
Hierzu eine Skizze:
Links befindet sich der klassische Blog-Bereich, den ein Autor pflegt und verwaltet. Rechts befindet sich der Teil, der von Usern befüllt werden kann. Diese Einträge sollen News-Charakter haben und passen thematisch zu dem Blog. Beispiel: Ein IT Blog wird von mir betrieben und beschäftigt sich mit wichtigen IT Themen. Rechts posten die User beliebige Nachrichten ihrer Wahl aus dem IT Bereich. Sprich: Der Blog-Autor geht mehr in die analytische Tiefe, die User sorgen für die Vielfalt der Nachrichten. Den User-Bereich kann man sich wie eine Facebook-Timeline vorstellen. Jeder Beitrag ist kommentierbar, ein Re-Buzzing ist ebenso möglich (bei Facebook “i like”), Bilder werden in einer Preview gezeigt (oder aber auch Videos). Sollte der User im Blog einen Einzelartikel aufrufen, wäre es ideal, wenn dazu passend weitere News-Einträge der User auf der rechten Seite angezeigt werden.
1. “Blog + Timeline“: Technisch verheiratet man sozusagen Wordpress mit der Timeline-Funktion von Facebook (Obacht: Man benutzt nicht Facebook, sondern imitiert deren Timeline-Funktionspaket. Selbstverständlich kann man ein Login via Facebook-Connect anbieten -> News auch auf Facebook veröffentlichen).
2. “Gleichberechtigung“: Inhaltlich stellt man die User zum eigentlichen Blog-Autor mehr oder minder auf die gleiche Stufe. Was bei bisherigen, klassischen Blogs nicht der Fall ist. Kommentare wirken “untergeordnet”, animieren den User recht wenig zum Mitmachen und bieten ihm auch keine echte Möglichkeit an, sich eigenständiger einzubringen. So muss der User stets darauf warten, dass der Blog-Autor die richtige Nachricht bringt, die ihn zum Mitmachen anregt. Statt dem User eine Möglichkeit anzubieten, eigene News zu verfassen.
3. “Short News“: Das Bloggen ist nicht für jedermann etwas. Statt dem User also das Angebot zu machen “blogge doch mit” (was häufig ein Blog stark verwässern würde und auch wie gesagt für viele nicht per se in Frage käme), kommt man ihm entgegen und bietet ihm die Chance, kurze Beiträge prominent zu erstellen. Nach dem Motto “keine Bange, tut nicht weh, dauert nicht lange, werde Deine Nachricht schnell los”.
4. “Suchaufwand verringern“: Interessant ist dabei ein weiterer Effekt, der sich ergeben kann: Der Autor des Blogs bekommt haufenweise Anregungen durch die User-News, neue Nachrichten analytisch zu verarbeiten. Und muss nicht mehr selbständig nach News im Netz suchen. Was unter Umständen sehr lange dauern kann, um geeignete Nachrichten zu finden. So weisen ihn die User darauf hin.
5. “Vielfalt der News“: Damit stärkt man gesamtheitlich die Power des Informationskanals, da die User zusammen mit dem Autor eine Fülle an Informationen den Lesern anbieten, die ein klassischer Blogger alleine so nicht mehr produzieren kann.
6. “Networking“: Und man stärkt zugleich die Beziehung zwischen den Autoren (Blog-Autor und (!) newsproduzierenden User) und den Lesern. Dies kann auch bedeuten, dass ein User, der regelmäßig Nachrichten verfasst, neben dem Blogger ein eigenständiges Netzwerk an Kontakten aufbaut!! Das ist so bei den Kommentierenden selten der Fall. Wer ist denn bisher derjenige, der die Kontakte bekommt? Der Blogger! Warum nicht auch der Kommentierende? Weil er auf einem klassischen Blog nicht im Fokus steht, klar. Ein weiterer Motivationspunkt für den User, sich einzubringen.
7. “Top-News“: Um in der Fülle dieses neuartigen Informationsangebotes dem Leser zu helfen, kann man natürlich User-News in Form von “Top-News” eigenständig anzeigen. Top-News sind die News, die von Usern als gut/wichtig bewertet (“rebuzzed”) und auch häufiger kommentiert wurden.
Die Idee für Buzzriders sollte nun klar sein. Wir werden dieses System Stück für Stück implementieren. Was ich zudem tun werde: Mich mit einem Wordpress-Experten zusammen tun, der ein eigenständiges Plugin entwirft. So dass Wordpress-Blogger diese Idee für sich testen können und wenn es gefällt, dauerhaft nutzen. Dahinter steht eine der Grundideen von Buzzriders, Ideen zu sharen, die nicht unbedingt technisch über Buzzriders laufen müssen.
Habts Ihr weitere Ideen, zB die Anordnung der Informationsblöcke, mehr funktionale Interaktion zwischen Blog und Newsstream, dergleichen? Spricht:)
Knackig zusammengefasst:
1. Die Buzzriders Module werden umgesetzt, die Entwickler werden demnächst eingeladen, die IT-Umsetzungsstrategie durchgesprochen
2. Ich bastel an einem Business/Finanzierungsplan, um notwendiges Kapital gezielt einzusammeln, ein Teil via Sponsoring, ein Teil via Investoren. Das inkludiert ebenso Ressourcen, die mit Know-How und Technologie-Sharing zu tun haben. Startphase ist Februar, bis April will ich resümieren, wie weit wir damit gekommen sind. Je nachdem können wir mehr oder weniger Tempo an den Tag legen.
3. Marketingtechnisch wird uns das Walter-Eucken-Berufskolleg / Düsseldorf unter die Arme greifen. Azubis des ersten Lehrjahres des Ausbildungsbereiches “Kaufleute für Marketingkommunikation” werden ab April bis Juni/Juli an eigenen Marketingkonzepten arbeiten.. Das passt wunderbar zeitlich mit der softwaretechnischen Umsetzung von Buzzriders zusammen. Hier ein riesiges Dankeschön an André Paetzel, der dies möglich gemacht hat!! Und ganz besonders freut es mich, dass junge Menschen, die noch nicht eingegleist denken, an schlagkräftigen Konzepten werkeln. Wenn die ein Stück weit Begeisterung erfahren, wird das mehr wert sein als alle Marketingagenturen der Welt.
4. Wir haben zudem in Aussicht, das gesamte Corporate Design über eine bekannte Agentur im Rahmen eines Pro Bono Projekts erstellt zu bekommen. Wow! Hierbei dürfte es einige spannende Sachen zu bieten geben, da wir vor haben, den Prozess Schritt für Schritt von außen zu begleiten und Feedbacks einzuholen. Das Vorgehen beruht auf einer exzellenten Idee von André;)
5. Das Wording wird über einen Meister der Texte übernommen, dessen Namen ich demnächst vorstellen werde. Hier gilt: Wir werden eine Startlokation auswählen, uns die regionalen Begebenheiten anschauen, das Gesamtprodukt zunächst in eine Richtung fokussieren, um damit gezielt zu testen, wie und ob man eine lokale Userschaft erreichen kann.
6. Auch in Richtung Newsaufbereitung tut sich etwas. Ich versuche zur Zeit, eine bekannte Firma zu gewinnen, um lokale News via Videonachrichten zu stemmen. Gerade bei der Lösung “lokale News” werde ich mit Buzzriders eine Doppelstrategie fahren, nicht nur aus Risikodiversifikationsgründen, aber auch:) Es ist durchaus denkbar, dass ein Team aus rund 10-20 Personen ein gesamtes Stadtareal mit lokalen Nachrichten aus dem long tail versorgen kann. Unabhängig zunächst von der Frage, ob es gelingt, ein dichtes social network auf lokaler Ebene aufzubauen (was ein local social network mit lokalen Nachrichten zu tun hat? Siehe Artikel).
7. Wenn es funktioniert, werde ich einen Ideen-Manager bei Buzzriders beschäftigen, der die Aufgabe hat, einerseits Ideen einzusammeln, strategisch einzusortieren und für eine dauerhafte Innovation zu sorgen. Ich würde diesen Menschen als echten Störfaktor willkommen heißen;)
8. Das Buzzcamp No. 6 wird in FFM stattfinden, genaue Termin wird noch fixiert. Wohl Ende Januar. Dreh- und Angelpunkt: Spielerische Grundkonzepte für die Nutzung von Buzzriders.
Die Twitter-Aktion @RobGreen ist heute erfolgreich abgeschlossen worden. Käuferportal.de hat den Zuschlag bekommen: Käuferportal schenkt @robgreen zurück. Ich möchte mich bei Käuferportal ausdrücklich bedanken, als Sponsor Buzzriders zu unterstützen! Wer ist Käuferportal.de?
Zitat:
Käuferportal.de ist eine Vermittlungsplattform für beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen. So können Kaufinteressenten kostenlos drei vergleichbare Angebote von regionalen Anbietern für z. B. Telefonanlagen, Lohnabrechnung oder Webdesigner erhalten. Für Anbieter schafft Käuferportal.de die Möglichkeit, online neue Kunden ohne Fixkosten oder Streuverluste zu generieren.
„Seit eineinhalb Jahren vernetzt Käuferportal.de erfolgreich lokale Unternehmen und Anbieter. Dabei haben wir den Erfahrungswert gemacht, dass es immer wichtiger wird, im World Wide Web Angebote mit lokalem Bezug anzubieten. Buzzriders möchte genau diese Idee umsetzen und wir sind uns sicher, in Zukunft durch eine intensive Kooperation mit Robert diese Entwicklung voranzutreiben.“, so Mitgründer und Geschäftsführer von Käuferportal Robin Behlau über die Hintergründe der Aktion.
Robin Behlau, Mitgründer von Käuferportal hat auf Formspring.me einige Fragen dazu beantwortet. Inhaltlich findet man dort alles vor, was einen interessieren könnte.
Was kann man aus meiner Sicht noch dazu sagen, Richtung Buzzriders und meiner Person?
Mit 2-3 Tweets und einem Blog-Eintrag gelingt es, Buzz zu erzeugen. Andere rackern und strecken sich, geben Unsummen von Geld aus, erreichen aber nicht mal ansatzweise ähnliche Ergebnisse. Buzzriders ist im Vorfeld der Alpha-Phase (“klickbare Webseite”) das bekannteste Projekt im Deutschen Web, Punkt. Wer Erfahrungen und Ahnungen davon hat, wie schwer es ist, in die deutsche Presse als Jungunternehmen zu kommen oder im gesamten “User-Web” bekannter zu werden, kann sich vorstellen, welche Power und welche Finanzen man eigentlich benötigt, um das auch nur ansatzweise zu erreichen. Hier ist es mit geringsten Mitteln gelungen.
Überlegungen ob meiner Online-Reputation sind zwar nett und amüsant zu lesen, aber irrelevant für Buzzriders. Für mich sowieso. Der Kunde entscheidet über das Wohl und Wehe von Buzzriders, gewiss nicht Meinungen Dritter, die sich um meine Person ranken. Zumal mich das ganze Negativ-Gelaber und Bedenken an die Befürchtungen deutscher Unternehmen 1:1 erinnert: Was, wenn sich einer mal im Netz negativ äußert? Ja, was? Soll man aus diesem Grunde den Laden gar nicht erst aufmachen oder gleich wieder zumachen? Come on… Angst = Dummfug. Umgekehrt bewirkt es nämlich genau das Gegenteil von dem, was sich viele da draußen wünschen: Wäre es nicht schön, wenn Unternehmen offen und transparent ohne PR-Glättung kommunizieren? Sie spiegeln lediglich den krittelnden und ewig meckernden Kunden wider. Ich sehe nicht ein, warum ich schön schwurbeln soll, Angst haben muss noch ja keine Risiken eingehen soll. Die Konsequenzen habe ich im Artikel “wenn keiner auf dich da draußen wartet” erklärt.
Der Deal mit Käuferportal.de ist blitzeblank sauber gelaufen. Es war eine PR-Aktion mit Ansage, beide Seiten haben offen gelegt, um was es geht. Käuferportal ist mit einem Schlag ein ganzes Stück weit bekannter im Netz, Buzzriders nochmalig und erneut genannt worden, und ich als Blitzableiter habe die allermeisten, negativen Kritiken auf mich vereint, perfekter geht es nicht.
Geschäftlich zeigt es zudem einen weiteren, wichtigen Aspekt auf: Wer im Netz lokale Lösungen anbieten möchte, kann es entweder aus eigener Kraft versuchen oder besser zusammen mit anderen Anbietern gemeinsam den Markt bearbeiten, um insgesamt mehr Erfolg zu generieren, für alle Seiten. In dem Segment, in dem sich Käuferportal bewegt, aber auch Buzzriders, handelt es sich um frühe Märkte, die langsam aber sicher immer wichtiger werden. Je mehr Unternehmen an einem Strang ziehen, das Bewusstsein für lokale Märkte im Netz zu stärken umso schneller wird sich dieser Markt entfalten. Und dabei geht es um eine Reihe von Möglichkeiten, die einer Lösung bedürfen. So lassen sich gerade im Vorreiterland USA eine Reihe von neuen Entwicklungen beobachten, die lokale Internetservices immer weiter voranbringen. Warum sollten wir in D dem bloß zusehen?
Sicherlich interessieren sich einige, wie sich die Follower-Zahl seit der Ankündigung, meinen Account @RobGreen zu verkaufen, entwickelt hat. Habe dazu die iPhone App “BirdBrain” genutzt, um das Folgende abzubilden. Es stellt die Entwicklung der Follower-Zahlen vor 24h, 7, 14 und 30 Tagen dar. Im Zufluss und Abfluss stets verglichen mit dem Jetztstand per 12.01.2010, 15 Uhr. Ankündigung des Verkaufs war am 18.12.09.
Vor 30 Tagen

+ 489 Follower, -603 Follower
Vor 14 Tagen

+145 / -117
Vor 7 Tagen

+85 / -61
vor 24 Stunden

+34 / -18
aktuell

Am 18.12. war der Follower-Count knapp über 5.050. Jetzt (12.01.2010, 15 Uhr) bei 4.827. Unter dem Strich sind seitdem rund 4% abgesprungen. Btw, mein Tipp lag weit daneben, hatte mit rund 20% gerechnet. Erstaunlich daneben.
„lupus est homo homini“ ist ein Zitat des Römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca. 250 v. Chr. – ca. 184 v. Chr.). Der Originaltext lautet: „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“. Die deutsche Übersetzung: “Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt“.
(Wikipedia)
Es ist wohl kein Geheimnis, wenn man feststellt, dass Menschen manchmal wahrhafte Drecksäcke sein können. Zu sich und anderen. Wir werfen eben nicht mit Heiligenscheinen um uns herum. Habgier, Eifersucht, Rachsucht, Fremdenhass, Eitelkeit, Maßlosigkeit, Machtgier. Alles als solche negativ bewerteten Eigenheiten unser einer. Nur, es macht uns als Mensch komplett. Ob wir wollen oder nicht.
Nette Einleitung, aber warum und wozu? Ich wäre bescheuert, wenn ich bestimmte Eigenheiten der Menschen beim Design des Produktes (britisch zu verstehen, Design = Funktion) nicht berücksichtigen würde. Um damit zum Punkt “Homo ludens” überzuleiten.
Das gedankliche Konzept von “Johan Huizinga” erachte ich als einen maßgeblichen Erfolgsbaustein für Buzzriders. Zum Konzept:
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Spiel eine grundlegende menschliche Aktivität ist, die Kreativität, und im Wettkampf Energie und Kraft freisetzt. Damit enthält das Spiel das Potential, verfestigte Strukturen zu durchbrechen und Innovation hervorzubringen. Deshalb sind spielerische Elemente auch in vielen Kreativitätstechniken und modernen Managementschulungen enthalten, die darauf zielen, neue, kreative und innovative Ergebnisse zu erzeugen. Das Spiel scheint eine menschliche Aktivität zu sein, die in der Lage ist, die Elemente einer Situation so zu verändern, dass Neues und Unbekanntes entsteht und Lösungen für scheinbar nicht mehr lösbare Probleme gefunden werden können.
Das Konzept wirkt in meinen Augen und Vorgehensweise nach innen und außen. Nach innen, um Funktionen zu testen, zu verwerfen, im Sinne eines gedachten “Spiels”. Um sich anzunähern an ein Gesamtpaket, das mit minimalem Funktionsumfang und -Design maximalen Kundennutzen wie auch Spaß verspricht. Nach außen geht es um das Konzipieren spielerischer Elemente, die es den Usern ermöglichen, Buzzriders spielerisch zu entdecken, nicht vor Buttons und Links zurückschreckend. Die bei entsprechendem Design dazu beitragen, weitere User anzuziehen. Und vor allen Dingen gerade zu Beginn das “leere Straßen”-Problem umschiffen. Was das ist? Was macht ein User mit sich allein im Ort auf Buzzriders? In einem Social Network? Nix! Eben. Spielerische Elemente können ihn dazu bewegen, weiter zu machen statt auszusteigen.
Meine persönliche Meinung: Interdisziplinäres Vorgehen bei der Gestaltung eines Webservices (ob stationär oder mobil) sind heute gefragt. Die Spieleindustrie beherrscht dieses Metier naturgemäß, ganz besonders Unternehmen wie Blizzard. Und hat mittlerweile locker die Musik- und Filmindustrie vom Umsatz links liegen lassen. Heutige Blockbuster sind Spiele wie GTA. Wundert sich jemand warum? Warum nicht mit Spieledesignern sprechen, lernen, spinnen?
Das wird Bestandteil des kommenden Buzzcamps Nr. 6 sein. Mehr dazu im Folgeartikel.
“Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt” (Schiller)
tja, das Schicksal so vieler Startups. Man plant und freut sich, doch irgendwie mag keiner einer das Angebot wahrnehmen, man erreicht weder User noch Presse. Obwohl das Produkt doch “so geil” ist, “darauf hat die Welt gewartet”.
Ne, eben nicht! Es wartet kein Mensch auf Dein Produkt. Bedarf hin, Bedarf her. Die Schwierigkeit in einem Land wie Deutschland ist, dass die Menschen so gut wie alles haben, von Nachrichten und Werbebotschaften überflutet werden. Die Mär, dass sich gute Produkte von selbst herumsprechen, ist eben genau das, Bullshit. Wer auf den Wahrnehmungsradar der Konsumenten kommen will, muss sich schon etwas einfallen lassen.
Bestes Beispiel: Sevenload. Eine frühe CopyCat von YouTube. Statt aber den hiesigen Markt aggressiv zu erobern, hat man brav die Copyrights beachtet, brav PR und Markting gemacht, damit letztlich verdammt viel Geld verschenkt. Nicht etwa an Strafen, sondern an Einnahmen. Zuviel des braven Marketings ist ein Grundübel der deutschen Startupszene. Ja, klar, in D darf man die Klappe nicht so weit aufreißen. Das gehört sich nicht. Wo steht das bitteschön? Im Marketing-Gesetzbuch?
Ich selbst bin ein großer Fan von Richard Branson. Was wäre ein Branson ohne Richards Eier? Seine Marketing-Methodiken sind par excellence! Schon alleine der Clou, das Unternehmen “Jungfrau” (Virgin) im altehrwürdigen England zu nennen, war genial! Und mutig!
Ergo?
Alle Gedanken drehen sich weniger um das Produkt. Das nicht mal ansatzweise noch so genial sein kann, um darauf überhaupt zu hoffen. Es ist wie ein Lottotreffer. Die Wahrscheinlichkeit ist mir zu gering. Wie oft habe ich nun Produkte draußen gesehen, deren Änderungen zu den Vorprodukten marginal erscheinen, aber der Clou sind. Bestes Beispiel: Die Idee, eine Seite für alle editierbar zu machen, ist einerseits bescheuert, andererseits hat die Wiki-Idee eine Vielzahl von Möglichkeiten im Netz eröffnet. Worauf basiert die Idee letztlich, selbst wenn Cunningham das nicht vor Augen hatte? Menschen zu vertrauen. Ebenso erschien die Idee von del.icio.us beknackt damals, Bookmarks gemeinsam zu sharen. Wozu sollte man so einen Mist machen? Reichte nicht bereits der Gedanke, Bookmarks online für sich zu verwalten? Obgleich der Ansatz und dessen Vorteile des Sharings naheliegen, musste eine gewaltige Web 2.0 Staubwolke aufkommen, den Usern da draußen diesen simplen (!) Gedanken nahe zu bringen (->flickr, facebook, twitter, digg, wikipedia, youtube, und und und), der aber schon längst in uns wohnt. Das Teilen von Dingen und Erfahrungen ist Bestandteil unseres Lebens, ohne den keine Gesellschaft funktioniert.
Was so simpel im Nachhinein erscheint, ist im Vorfeld ein Ding der Unmöglichkeit, es vorherzusehen. So klein und marginal Denkansätze umgesetzt in Software erscheinen mögen.
Worauf fokussieren meine Gedanken dann? Wie im Konzeptpapier “Soziales Netz im Lokalen” beschrieben, sehe ich einen gigantischen Bedarf, das Lokale ins Web zu bringen, dabei auf die etablierten Mechaniken der Social Networks zurückzugreifen. Man kann dem widersprechen, ich kann es nicht einmal beweisen, aber in mir steckt die Überzeugung, dass es der richtige Zeitpunkt ist, lokale Webservices nach vorne zu bringen. Das alleine ist zwar schön und gut, doch dem User da draußen völlig egal. Es mag in ihm stecken (der Bedarf an lokalen Lösungen), doch solange sich keine Webservices etablieren, die umfänglich das Lokale digitalisieren, wird er weiterhin fröhlich im Netz surfen, nur nicht auf Buzzriders.
Das ist der Grund, warum ich Buzzriders als Open Source Service in allen Belangen voranbringen möchte. Es geht nicht nur um Module, die man als Webmaster selber betreiben kann. Es geht ebenso um das Sharing von Ideen, Konzepten, Daten, Erkenntnissen in allen Belangen. Entweder stoße ich damit weitere Ideen von Dritten an, um sich gegenseitig zu befruchten oder ich erreiche damit nichts, den Markt “für Lokales im @” zu beleben. Und es liegen dramatisch viele Möglichkeiten brach.
Das “Internet of Things” ist eine bloße Idee, die aber bereits in der Industrie Alltag ist. “Sprechende”, “sich meldende Container” mögen banal erscheinen. Übertragen auf alltägliche Objekte der örtlichen Umgebung kann man damit theoretisch jeden Punkt auf dieser Erde zu einem kleinen Informationssender machen. Was das bedeutet, kann man nur erahnen, Angst hin, Angst her. Kommen wird es. Das ist klar. Und es wird u.a. den Journalismus -als Filterer von Ereignissen- dramatisch verändern. Dagegen ist das, was wir heute schon sehen, ein Furz ins Wasser. Und damit deute ich klar an, woran ich bei Buzzriders noch denke. Ich kann mir Geräte vorstellen, die den Zustand der Umgebung berichten. Minimalste Anwendungen für Handys, die Zustandreports senden. Nicht so einen “Mist” wie Foursquare, der mir immer noch viel zu komplex ist.
Zukunft hin, Zukunft her, das Jetzt zählt. Neben Open Source und dem Sharing von Informationen wird es die wichtigste Aufgabe sein, Menschen mit Buzzriders zu erreichen. Das wird mit Sicherheit nicht das bloße Produkt sein. Nachdem das Produkt in der frühen Alpha und open Beta steht, wird Marketing das Hauptaugenmerk bekommen. Darum drehen sich bereits jetzt schon meine Gedanken. Und macht mir graue Haare. Die Aufgabe ist knackig. Ein dichtes Netzwerk zu schaffen, das bis auf die Straßenebene geht, ist kein larifari-Vorhaben. Buzzes wie der Twitter-Verkauf sind nice, aber nur ein Bruchteil dessen, wie groß der Buzz sein muss, um das hinzubekommen. Eine Maßnahme alleine wird es nicht bringen, egal welche. Das ist klar.
Bis dato? Wenn ich großkotzig erscheinen mag, bitte ich um Nachsicht. Sehe mich als Realist, meine Eigensicht:) Heißt? Aus Marketingsicht ist mir kein Vorhaben in D bekannt, dass in der Vorphase schon so bekannt ist wie Buzzriders. Das mag am Verkauf von Basic Thinking liegen, das hat etwas mit dem Vorgehensmodell zu tun (inkl. der Buzzcamps), das hat mit meiner Person zu tun, die gerne polarisiert, das hat mit dem jetzigen Twitter-Verkauf zu tun. Und ich werde damit nicht aufhören. Es reicht bei Weitem nicht. Ich schrieb dazu bereits schon einmal etwas: “Ich bin ein Spinner“. Wer das vorhat, was ich vorhabe, kann sich nur leisten, ein Spinner zu sein. Sonst würde er einpacken angesichts der Aufgaben, die unlösbar erscheinen.
gestern habe ich drei aufeinander aufbauende Artikel veröffentlicht, anbei die Übersicht:
1. “Soziales Netz im Lokalen” = Grundgedanken zu einem lokalen Social Network
2. “Buzzriders-Produktmodule” = groß denken, klein umsetzen
3. “1. Produktmodul User” = das Modul wird schematisch aufgezeigt
Weiter geht es mit den Schemata für die Produktmodule “Lokation”, “Thema”, “Kommunikation”, “Sicherheit/Privacy”. Stay tuned. Vorab noch ein Artikel zum Buzzcamp Nr. 6.