(Beitrag von Stefan Wild)
Wer wissen wollte, wie Lokaljournalisten über die Zukunft des Lokaljournalismus und der Lokalzeitung denken, der war vergangene Woche von Mittwoch bis Freitag in Dortmund beim 18. Forum Lokaljournalismus. Die Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der WAZ-Mediengruppe (im Netz besser bekannt unter DerWesten) stand unter dem Motto “Mutig, multimedial, meinungsbildend – keine Demokratie ohne die lokale Tageszeitung”.
Als Blogger konnte ich kurzfristig noch eine Akkreditierung für die Einladungsveranstaltung bekommen und so am Abschlusstag die Podiumsdiskussion “Lokalzeitung 2020 – Leitmedium oder Auslaufmodell” mitverfolgen.
Eine Reihe Thesen und Zitate hat DerWesten zusammengestellt. Ich möchte hier aber weniger auf einzelne Aussagen als auf einen Gesamteindruck eingehen. Mir hat sich hier ein Bild gezeigt, das fast nur einen Schluss zulässt: lokale Berichterstattung – um nicht in die Diskussion “Bürgerjournalismus” hineingezogen zu werden – im Internet wird in Zukunft immer weniger mit Lokalzeitungen und den Unternehmen dahinter zu tun haben. Dafür scheinen die Köpfe der Entscheider zu wenig auf den bereits veränderten Umgang mit Informationen eingestellt. Es gelingt ihnen nicht, sich in diese andersdenkenden Leser hineinzuversetzen.
Zwar haben die Teilnehmer immer wieder betont, im Sinne der Veranstaltung bewusst die Diskussion anzuheizen. Zwar haben zum Schluss alle zur großen “Umarmung” (wie Sascha Lobo es nannte) angesetzt und ein aufeinander Zugehen von Lokalzeitungen, Wissenschaft und Onlinevertretern gefordert. Aber allein schon diese Trennung Lokalzeitung auf der einen und Online auf der anderen Seite zeigt doch, dass es hier eine Kluft gibt. Und um bei der Metapher zu bleiben, einzelne Hängebrücken wie Twitter-Newsdesks und Kommentarfunktion unter den Artikeln sind eher labil. Auch die Stimmung im Publikum zeigt ein gespaltenes Bild.
Das große Problem im Onlinebereich: Der Teufelskreis aus fehlender Qualität und fehlenden Einnahmen. Oft kommt das Erstellen der Web-Inhalte noch auf das Tagesgeschäft obendrauf. Und das bei den ohnehin überlasteten weil ausgedünnten Lokalredaktionen.
Es fehlt an Geschäftsmodellen. Dabei sollte man doch meinen, dass man – eine funktionierende Vertriebs- und Buchungsmechanik vorausgesetzt – gerade im Lokalbereich besonders relevante Anzeigen bekommen sollte.
Die Probe aufs Exempel: DerWesten, Dortmund, Lokalsport. Einzige sichtbaren Anzeigen ohne Scrollen sind einmal “boot, Düsseldorf” im Querformat und einmal “boot, Düsseldorf” senkrecht. Dann kommen mit Glück (mehrmaliges Neuladen) rechts “Aktuelle Prospekte aus Dortmund” eingebettet von kaufDA. Dann ein kostenloses Girokonto, eine Partnerbörse und Werbung für Spenden. Nach ca. 5.000 Pixeln dann – welch’ Ironie – Google AdSense mit den ersten relevanten Anzeigen. Wir erinnern uns: Dortmund, Lokalsport. Hier werden mir jetzt u.a. Tickets, Reisepakete und Fanartikel für den BvB angeboten. Und selbst das finde ich nicht besonders gelungen.
Da steckt wesentlich mehr Potential drin. Aber wenn es auch nach Millioneninvestitionen mit etablierten Vertriebsteams nicht gelingt, dieses Potential auszuschöpfen, dann sehe ich für die Zukunft der lokalen online Berichterstattung eher kleine, flexibel und anders denkende Unternehmen. Die können diesen Markt erfolgreich erobern und damit auch die finanzielle Basis für hochwertige, aufwändige Inhalte schaffen. Völlig gleich, ob diese Inhalte dann z.B. durch online Gespräche “nach oben gespült” und von einem Journalisten aufbereitet oder auf dem Weg der “herkömmlichen Recherche” ins Netz gestellt und dann im Dialog mit den Lesern aktualisiert und ergänzt wird. Und unabhängig davon, ob diese Inhalte dann von einem ausgebildeten Profi stammen oder einem engagierten User, wird letztlich die Qualität jeder Leser für sich selbst bewerten.
Buzzriders wird lokale Nachrichten abdecken. Es liegt nahe, dass man ebenso Stück für Stück überregionale Nachrichten aufbereitet. Ob diese nun in Ressorts oder über eine andere Aufteilung untergliedert werden, ist noch offen. Ein wesentliches Merkmal von Buzzriders ist, dass User Nachrichten auf lokaler Ebene schreiben und zusammenstellen können. Dieses Prinzip gilt es, auf überregionaler Ebene fortzusetzen. Dazu steht uns einerseits das “Zooming” konzeptionell zur Verfügung (News auf Straßenebene können nach “oben” wandern). Und andererseits? Hierzu haben wir eine Idee entwickelt, die wir Hybrid-Blogging nennen. Das auch optisch und nicht nur funktional das Prinzip verdeutlichen soll, wie User zusammen mit dem Redakteur eines thematischen, überregionalen News-Kanals an der News-Aufbereitung arbeiten können.
Hierzu eine Skizze:
Links befindet sich der klassische Blog-Bereich, den ein Autor pflegt und verwaltet. Rechts befindet sich der Teil, der von Usern befüllt werden kann. Diese Einträge sollen News-Charakter haben und passen thematisch zu dem Blog. Beispiel: Ein IT Blog wird von mir betrieben und beschäftigt sich mit wichtigen IT Themen. Rechts posten die User beliebige Nachrichten ihrer Wahl aus dem IT Bereich. Sprich: Der Blog-Autor geht mehr in die analytische Tiefe, die User sorgen für die Vielfalt der Nachrichten. Den User-Bereich kann man sich wie eine Facebook-Timeline vorstellen. Jeder Beitrag ist kommentierbar, ein Re-Buzzing ist ebenso möglich (bei Facebook “i like”), Bilder werden in einer Preview gezeigt (oder aber auch Videos). Sollte der User im Blog einen Einzelartikel aufrufen, wäre es ideal, wenn dazu passend weitere News-Einträge der User auf der rechten Seite angezeigt werden.
1. “Blog + Timeline“: Technisch verheiratet man sozusagen Wordpress mit der Timeline-Funktion von Facebook (Obacht: Man benutzt nicht Facebook, sondern imitiert deren Timeline-Funktionspaket. Selbstverständlich kann man ein Login via Facebook-Connect anbieten -> News auch auf Facebook veröffentlichen).
2. “Gleichberechtigung“: Inhaltlich stellt man die User zum eigentlichen Blog-Autor mehr oder minder auf die gleiche Stufe. Was bei bisherigen, klassischen Blogs nicht der Fall ist. Kommentare wirken “untergeordnet”, animieren den User recht wenig zum Mitmachen und bieten ihm auch keine echte Möglichkeit an, sich eigenständiger einzubringen. So muss der User stets darauf warten, dass der Blog-Autor die richtige Nachricht bringt, die ihn zum Mitmachen anregt. Statt dem User eine Möglichkeit anzubieten, eigene News zu verfassen.
3. “Short News“: Das Bloggen ist nicht für jedermann etwas. Statt dem User also das Angebot zu machen “blogge doch mit” (was häufig ein Blog stark verwässern würde und auch wie gesagt für viele nicht per se in Frage käme), kommt man ihm entgegen und bietet ihm die Chance, kurze Beiträge prominent zu erstellen. Nach dem Motto “keine Bange, tut nicht weh, dauert nicht lange, werde Deine Nachricht schnell los”.
4. “Suchaufwand verringern“: Interessant ist dabei ein weiterer Effekt, der sich ergeben kann: Der Autor des Blogs bekommt haufenweise Anregungen durch die User-News, neue Nachrichten analytisch zu verarbeiten. Und muss nicht mehr selbständig nach News im Netz suchen. Was unter Umständen sehr lange dauern kann, um geeignete Nachrichten zu finden. So weisen ihn die User darauf hin.
5. “Vielfalt der News“: Damit stärkt man gesamtheitlich die Power des Informationskanals, da die User zusammen mit dem Autor eine Fülle an Informationen den Lesern anbieten, die ein klassischer Blogger alleine so nicht mehr produzieren kann.
6. “Networking“: Und man stärkt zugleich die Beziehung zwischen den Autoren (Blog-Autor und (!) newsproduzierenden User) und den Lesern. Dies kann auch bedeuten, dass ein User, der regelmäßig Nachrichten verfasst, neben dem Blogger ein eigenständiges Netzwerk an Kontakten aufbaut!! Das ist so bei den Kommentierenden selten der Fall. Wer ist denn bisher derjenige, der die Kontakte bekommt? Der Blogger! Warum nicht auch der Kommentierende? Weil er auf einem klassischen Blog nicht im Fokus steht, klar. Ein weiterer Motivationspunkt für den User, sich einzubringen.
7. “Top-News“: Um in der Fülle dieses neuartigen Informationsangebotes dem Leser zu helfen, kann man natürlich User-News in Form von “Top-News” eigenständig anzeigen. Top-News sind die News, die von Usern als gut/wichtig bewertet (“rebuzzed”) und auch häufiger kommentiert wurden.
Die Idee für Buzzriders sollte nun klar sein. Wir werden dieses System Stück für Stück implementieren. Was ich zudem tun werde: Mich mit einem Wordpress-Experten zusammen tun, der ein eigenständiges Plugin entwirft. So dass Wordpress-Blogger diese Idee für sich testen können und wenn es gefällt, dauerhaft nutzen. Dahinter steht eine der Grundideen von Buzzriders, Ideen zu sharen, die nicht unbedingt technisch über Buzzriders laufen müssen.
Habts Ihr weitere Ideen, zB die Anordnung der Informationsblöcke, mehr funktionale Interaktion zwischen Blog und Newsstream, dergleichen? Spricht:)
Knackig zusammengefasst:
1. Die Buzzriders Module werden umgesetzt, die Entwickler werden demnächst eingeladen, die IT-Umsetzungsstrategie durchgesprochen
2. Ich bastel an einem Business/Finanzierungsplan, um notwendiges Kapital gezielt einzusammeln, ein Teil via Sponsoring, ein Teil via Investoren. Das inkludiert ebenso Ressourcen, die mit Know-How und Technologie-Sharing zu tun haben. Startphase ist Februar, bis April will ich resümieren, wie weit wir damit gekommen sind. Je nachdem können wir mehr oder weniger Tempo an den Tag legen.
3. Marketingtechnisch wird uns das Walter-Eucken-Berufskolleg / Düsseldorf unter die Arme greifen. Azubis des ersten Lehrjahres des Ausbildungsbereiches “Kaufleute für Marketingkommunikation” werden ab April bis Juni/Juli an eigenen Marketingkonzepten arbeiten.. Das passt wunderbar zeitlich mit der softwaretechnischen Umsetzung von Buzzriders zusammen. Hier ein riesiges Dankeschön an André Paetzel, der dies möglich gemacht hat!! Und ganz besonders freut es mich, dass junge Menschen, die noch nicht eingegleist denken, an schlagkräftigen Konzepten werkeln. Wenn die ein Stück weit Begeisterung erfahren, wird das mehr wert sein als alle Marketingagenturen der Welt.
4. Wir haben zudem in Aussicht, das gesamte Corporate Design über eine bekannte Agentur im Rahmen eines Pro Bono Projekts erstellt zu bekommen. Wow! Hierbei dürfte es einige spannende Sachen zu bieten geben, da wir vor haben, den Prozess Schritt für Schritt von außen zu begleiten und Feedbacks einzuholen. Das Vorgehen beruht auf einer exzellenten Idee von André;)
5. Das Wording wird über einen Meister der Texte übernommen, dessen Namen ich demnächst vorstellen werde. Hier gilt: Wir werden eine Startlokation auswählen, uns die regionalen Begebenheiten anschauen, das Gesamtprodukt zunächst in eine Richtung fokussieren, um damit gezielt zu testen, wie und ob man eine lokale Userschaft erreichen kann.
6. Auch in Richtung Newsaufbereitung tut sich etwas. Ich versuche zur Zeit, eine bekannte Firma zu gewinnen, um lokale News via Videonachrichten zu stemmen. Gerade bei der Lösung “lokale News” werde ich mit Buzzriders eine Doppelstrategie fahren, nicht nur aus Risikodiversifikationsgründen, aber auch:) Es ist durchaus denkbar, dass ein Team aus rund 10-20 Personen ein gesamtes Stadtareal mit lokalen Nachrichten aus dem long tail versorgen kann. Unabhängig zunächst von der Frage, ob es gelingt, ein dichtes social network auf lokaler Ebene aufzubauen (was ein local social network mit lokalen Nachrichten zu tun hat? Siehe Artikel).
7. Wenn es funktioniert, werde ich einen Ideen-Manager bei Buzzriders beschäftigen, der die Aufgabe hat, einerseits Ideen einzusammeln, strategisch einzusortieren und für eine dauerhafte Innovation zu sorgen. Ich würde diesen Menschen als echten Störfaktor willkommen heißen;)
8. Das Buzzcamp No. 6 wird in FFM stattfinden, genaue Termin wird noch fixiert. Wohl Ende Januar. Dreh- und Angelpunkt: Spielerische Grundkonzepte für die Nutzung von Buzzriders.
Die Twitter-Aktion @RobGreen ist heute erfolgreich abgeschlossen worden. Käuferportal.de hat den Zuschlag bekommen: Käuferportal schenkt @robgreen zurück. Ich möchte mich bei Käuferportal ausdrücklich bedanken, als Sponsor Buzzriders zu unterstützen! Wer ist Käuferportal.de?
Zitat:
Käuferportal.de ist eine Vermittlungsplattform für beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen. So können Kaufinteressenten kostenlos drei vergleichbare Angebote von regionalen Anbietern für z. B. Telefonanlagen, Lohnabrechnung oder Webdesigner erhalten. Für Anbieter schafft Käuferportal.de die Möglichkeit, online neue Kunden ohne Fixkosten oder Streuverluste zu generieren.
„Seit eineinhalb Jahren vernetzt Käuferportal.de erfolgreich lokale Unternehmen und Anbieter. Dabei haben wir den Erfahrungswert gemacht, dass es immer wichtiger wird, im World Wide Web Angebote mit lokalem Bezug anzubieten. Buzzriders möchte genau diese Idee umsetzen und wir sind uns sicher, in Zukunft durch eine intensive Kooperation mit Robert diese Entwicklung voranzutreiben.“, so Mitgründer und Geschäftsführer von Käuferportal Robin Behlau über die Hintergründe der Aktion.
Robin Behlau, Mitgründer von Käuferportal hat auf Formspring.me einige Fragen dazu beantwortet. Inhaltlich findet man dort alles vor, was einen interessieren könnte.
Was kann man aus meiner Sicht noch dazu sagen, Richtung Buzzriders und meiner Person?
Mit 2-3 Tweets und einem Blog-Eintrag gelingt es, Buzz zu erzeugen. Andere rackern und strecken sich, geben Unsummen von Geld aus, erreichen aber nicht mal ansatzweise ähnliche Ergebnisse. Buzzriders ist im Vorfeld der Alpha-Phase (“klickbare Webseite”) das bekannteste Projekt im Deutschen Web, Punkt. Wer Erfahrungen und Ahnungen davon hat, wie schwer es ist, in die deutsche Presse als Jungunternehmen zu kommen oder im gesamten “User-Web” bekannter zu werden, kann sich vorstellen, welche Power und welche Finanzen man eigentlich benötigt, um das auch nur ansatzweise zu erreichen. Hier ist es mit geringsten Mitteln gelungen.
Überlegungen ob meiner Online-Reputation sind zwar nett und amüsant zu lesen, aber irrelevant für Buzzriders. Für mich sowieso. Der Kunde entscheidet über das Wohl und Wehe von Buzzriders, gewiss nicht Meinungen Dritter, die sich um meine Person ranken. Zumal mich das ganze Negativ-Gelaber und Bedenken an die Befürchtungen deutscher Unternehmen 1:1 erinnert: Was, wenn sich einer mal im Netz negativ äußert? Ja, was? Soll man aus diesem Grunde den Laden gar nicht erst aufmachen oder gleich wieder zumachen? Come on… Angst = Dummfug. Umgekehrt bewirkt es nämlich genau das Gegenteil von dem, was sich viele da draußen wünschen: Wäre es nicht schön, wenn Unternehmen offen und transparent ohne PR-Glättung kommunizieren? Sie spiegeln lediglich den krittelnden und ewig meckernden Kunden wider. Ich sehe nicht ein, warum ich schön schwurbeln soll, Angst haben muss noch ja keine Risiken eingehen soll. Die Konsequenzen habe ich im Artikel “wenn keiner auf dich da draußen wartet” erklärt.
Der Deal mit Käuferportal.de ist blitzeblank sauber gelaufen. Es war eine PR-Aktion mit Ansage, beide Seiten haben offen gelegt, um was es geht. Käuferportal ist mit einem Schlag ein ganzes Stück weit bekannter im Netz, Buzzriders nochmalig und erneut genannt worden, und ich als Blitzableiter habe die allermeisten, negativen Kritiken auf mich vereint, perfekter geht es nicht.
Geschäftlich zeigt es zudem einen weiteren, wichtigen Aspekt auf: Wer im Netz lokale Lösungen anbieten möchte, kann es entweder aus eigener Kraft versuchen oder besser zusammen mit anderen Anbietern gemeinsam den Markt bearbeiten, um insgesamt mehr Erfolg zu generieren, für alle Seiten. In dem Segment, in dem sich Käuferportal bewegt, aber auch Buzzriders, handelt es sich um frühe Märkte, die langsam aber sicher immer wichtiger werden. Je mehr Unternehmen an einem Strang ziehen, das Bewusstsein für lokale Märkte im Netz zu stärken umso schneller wird sich dieser Markt entfalten. Und dabei geht es um eine Reihe von Möglichkeiten, die einer Lösung bedürfen. So lassen sich gerade im Vorreiterland USA eine Reihe von neuen Entwicklungen beobachten, die lokale Internetservices immer weiter voranbringen. Warum sollten wir in D dem bloß zusehen?
Sicherlich interessieren sich einige, wie sich die Follower-Zahl seit der Ankündigung, meinen Account @RobGreen zu verkaufen, entwickelt hat. Habe dazu die iPhone App “BirdBrain” genutzt, um das Folgende abzubilden. Es stellt die Entwicklung der Follower-Zahlen vor 24h, 7, 14 und 30 Tagen dar. Im Zufluss und Abfluss stets verglichen mit dem Jetztstand per 12.01.2010, 15 Uhr. Ankündigung des Verkaufs war am 18.12.09.
Vor 30 Tagen

+ 489 Follower, -603 Follower
Vor 14 Tagen

+145 / -117
Vor 7 Tagen

+85 / -61
vor 24 Stunden

+34 / -18
aktuell

Am 18.12. war der Follower-Count knapp über 5.050. Jetzt (12.01.2010, 15 Uhr) bei 4.827. Unter dem Strich sind seitdem rund 4% abgesprungen. Btw, mein Tipp lag weit daneben, hatte mit rund 20% gerechnet. Erstaunlich daneben.
„lupus est homo homini“ ist ein Zitat des Römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca. 250 v. Chr. – ca. 184 v. Chr.). Der Originaltext lautet: „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“. Die deutsche Übersetzung: “Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt“.
(Wikipedia)
Es ist wohl kein Geheimnis, wenn man feststellt, dass Menschen manchmal wahrhafte Drecksäcke sein können. Zu sich und anderen. Wir werfen eben nicht mit Heiligenscheinen um uns herum. Habgier, Eifersucht, Rachsucht, Fremdenhass, Eitelkeit, Maßlosigkeit, Machtgier. Alles als solche negativ bewerteten Eigenheiten unser einer. Nur, es macht uns als Mensch komplett. Ob wir wollen oder nicht.
Nette Einleitung, aber warum und wozu? Ich wäre bescheuert, wenn ich bestimmte Eigenheiten der Menschen beim Design des Produktes (britisch zu verstehen, Design = Funktion) nicht berücksichtigen würde. Um damit zum Punkt “Homo ludens” überzuleiten.
Das gedankliche Konzept von “Johan Huizinga” erachte ich als einen maßgeblichen Erfolgsbaustein für Buzzriders. Zum Konzept:
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Spiel eine grundlegende menschliche Aktivität ist, die Kreativität, und im Wettkampf Energie und Kraft freisetzt. Damit enthält das Spiel das Potential, verfestigte Strukturen zu durchbrechen und Innovation hervorzubringen. Deshalb sind spielerische Elemente auch in vielen Kreativitätstechniken und modernen Managementschulungen enthalten, die darauf zielen, neue, kreative und innovative Ergebnisse zu erzeugen. Das Spiel scheint eine menschliche Aktivität zu sein, die in der Lage ist, die Elemente einer Situation so zu verändern, dass Neues und Unbekanntes entsteht und Lösungen für scheinbar nicht mehr lösbare Probleme gefunden werden können.
Das Konzept wirkt in meinen Augen und Vorgehensweise nach innen und außen. Nach innen, um Funktionen zu testen, zu verwerfen, im Sinne eines gedachten “Spiels”. Um sich anzunähern an ein Gesamtpaket, das mit minimalem Funktionsumfang und -Design maximalen Kundennutzen wie auch Spaß verspricht. Nach außen geht es um das Konzipieren spielerischer Elemente, die es den Usern ermöglichen, Buzzriders spielerisch zu entdecken, nicht vor Buttons und Links zurückschreckend. Die bei entsprechendem Design dazu beitragen, weitere User anzuziehen. Und vor allen Dingen gerade zu Beginn das “leere Straßen”-Problem umschiffen. Was das ist? Was macht ein User mit sich allein im Ort auf Buzzriders? In einem Social Network? Nix! Eben. Spielerische Elemente können ihn dazu bewegen, weiter zu machen statt auszusteigen.
Meine persönliche Meinung: Interdisziplinäres Vorgehen bei der Gestaltung eines Webservices (ob stationär oder mobil) sind heute gefragt. Die Spieleindustrie beherrscht dieses Metier naturgemäß, ganz besonders Unternehmen wie Blizzard. Und hat mittlerweile locker die Musik- und Filmindustrie vom Umsatz links liegen lassen. Heutige Blockbuster sind Spiele wie GTA. Wundert sich jemand warum? Warum nicht mit Spieledesignern sprechen, lernen, spinnen?
Das wird Bestandteil des kommenden Buzzcamps Nr. 6 sein. Mehr dazu im Folgeartikel.
“Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt” (Schiller)
tja, das Schicksal so vieler Startups. Man plant und freut sich, doch irgendwie mag keiner einer das Angebot wahrnehmen, man erreicht weder User noch Presse. Obwohl das Produkt doch “so geil” ist, “darauf hat die Welt gewartet”.
Ne, eben nicht! Es wartet kein Mensch auf Dein Produkt. Bedarf hin, Bedarf her. Die Schwierigkeit in einem Land wie Deutschland ist, dass die Menschen so gut wie alles haben, von Nachrichten und Werbebotschaften überflutet werden. Die Mär, dass sich gute Produkte von selbst herumsprechen, ist eben genau das, Bullshit. Wer auf den Wahrnehmungsradar der Konsumenten kommen will, muss sich schon etwas einfallen lassen.
Bestes Beispiel: Sevenload. Eine frühe CopyCat von YouTube. Statt aber den hiesigen Markt aggressiv zu erobern, hat man brav die Copyrights beachtet, brav PR und Markting gemacht, damit letztlich verdammt viel Geld verschenkt. Nicht etwa an Strafen, sondern an Einnahmen. Zuviel des braven Marketings ist ein Grundübel der deutschen Startupszene. Ja, klar, in D darf man die Klappe nicht so weit aufreißen. Das gehört sich nicht. Wo steht das bitteschön? Im Marketing-Gesetzbuch?
Ich selbst bin ein großer Fan von Richard Branson. Was wäre ein Branson ohne Richards Eier? Seine Marketing-Methodiken sind par excellence! Schon alleine der Clou, das Unternehmen “Jungfrau” (Virgin) im altehrwürdigen England zu nennen, war genial! Und mutig!
Ergo?
Alle Gedanken drehen sich weniger um das Produkt. Das nicht mal ansatzweise noch so genial sein kann, um darauf überhaupt zu hoffen. Es ist wie ein Lottotreffer. Die Wahrscheinlichkeit ist mir zu gering. Wie oft habe ich nun Produkte draußen gesehen, deren Änderungen zu den Vorprodukten marginal erscheinen, aber der Clou sind. Bestes Beispiel: Die Idee, eine Seite für alle editierbar zu machen, ist einerseits bescheuert, andererseits hat die Wiki-Idee eine Vielzahl von Möglichkeiten im Netz eröffnet. Worauf basiert die Idee letztlich, selbst wenn Cunningham das nicht vor Augen hatte? Menschen zu vertrauen. Ebenso erschien die Idee von del.icio.us beknackt damals, Bookmarks gemeinsam zu sharen. Wozu sollte man so einen Mist machen? Reichte nicht bereits der Gedanke, Bookmarks online für sich zu verwalten? Obgleich der Ansatz und dessen Vorteile des Sharings naheliegen, musste eine gewaltige Web 2.0 Staubwolke aufkommen, den Usern da draußen diesen simplen (!) Gedanken nahe zu bringen (->flickr, facebook, twitter, digg, wikipedia, youtube, und und und), der aber schon längst in uns wohnt. Das Teilen von Dingen und Erfahrungen ist Bestandteil unseres Lebens, ohne den keine Gesellschaft funktioniert.
Was so simpel im Nachhinein erscheint, ist im Vorfeld ein Ding der Unmöglichkeit, es vorherzusehen. So klein und marginal Denkansätze umgesetzt in Software erscheinen mögen.
Worauf fokussieren meine Gedanken dann? Wie im Konzeptpapier “Soziales Netz im Lokalen” beschrieben, sehe ich einen gigantischen Bedarf, das Lokale ins Web zu bringen, dabei auf die etablierten Mechaniken der Social Networks zurückzugreifen. Man kann dem widersprechen, ich kann es nicht einmal beweisen, aber in mir steckt die Überzeugung, dass es der richtige Zeitpunkt ist, lokale Webservices nach vorne zu bringen. Das alleine ist zwar schön und gut, doch dem User da draußen völlig egal. Es mag in ihm stecken (der Bedarf an lokalen Lösungen), doch solange sich keine Webservices etablieren, die umfänglich das Lokale digitalisieren, wird er weiterhin fröhlich im Netz surfen, nur nicht auf Buzzriders.
Das ist der Grund, warum ich Buzzriders als Open Source Service in allen Belangen voranbringen möchte. Es geht nicht nur um Module, die man als Webmaster selber betreiben kann. Es geht ebenso um das Sharing von Ideen, Konzepten, Daten, Erkenntnissen in allen Belangen. Entweder stoße ich damit weitere Ideen von Dritten an, um sich gegenseitig zu befruchten oder ich erreiche damit nichts, den Markt “für Lokales im @” zu beleben. Und es liegen dramatisch viele Möglichkeiten brach.
Das “Internet of Things” ist eine bloße Idee, die aber bereits in der Industrie Alltag ist. “Sprechende”, “sich meldende Container” mögen banal erscheinen. Übertragen auf alltägliche Objekte der örtlichen Umgebung kann man damit theoretisch jeden Punkt auf dieser Erde zu einem kleinen Informationssender machen. Was das bedeutet, kann man nur erahnen, Angst hin, Angst her. Kommen wird es. Das ist klar. Und es wird u.a. den Journalismus -als Filterer von Ereignissen- dramatisch verändern. Dagegen ist das, was wir heute schon sehen, ein Furz ins Wasser. Und damit deute ich klar an, woran ich bei Buzzriders noch denke. Ich kann mir Geräte vorstellen, die den Zustand der Umgebung berichten. Minimalste Anwendungen für Handys, die Zustandreports senden. Nicht so einen “Mist” wie Foursquare, der mir immer noch viel zu komplex ist.
Zukunft hin, Zukunft her, das Jetzt zählt. Neben Open Source und dem Sharing von Informationen wird es die wichtigste Aufgabe sein, Menschen mit Buzzriders zu erreichen. Das wird mit Sicherheit nicht das bloße Produkt sein. Nachdem das Produkt in der frühen Alpha und open Beta steht, wird Marketing das Hauptaugenmerk bekommen. Darum drehen sich bereits jetzt schon meine Gedanken. Und macht mir graue Haare. Die Aufgabe ist knackig. Ein dichtes Netzwerk zu schaffen, das bis auf die Straßenebene geht, ist kein larifari-Vorhaben. Buzzes wie der Twitter-Verkauf sind nice, aber nur ein Bruchteil dessen, wie groß der Buzz sein muss, um das hinzubekommen. Eine Maßnahme alleine wird es nicht bringen, egal welche. Das ist klar.
Bis dato? Wenn ich großkotzig erscheinen mag, bitte ich um Nachsicht. Sehe mich als Realist, meine Eigensicht:) Heißt? Aus Marketingsicht ist mir kein Vorhaben in D bekannt, dass in der Vorphase schon so bekannt ist wie Buzzriders. Das mag am Verkauf von Basic Thinking liegen, das hat etwas mit dem Vorgehensmodell zu tun (inkl. der Buzzcamps), das hat mit meiner Person zu tun, die gerne polarisiert, das hat mit dem jetzigen Twitter-Verkauf zu tun. Und ich werde damit nicht aufhören. Es reicht bei Weitem nicht. Ich schrieb dazu bereits schon einmal etwas: “Ich bin ein Spinner“. Wer das vorhat, was ich vorhabe, kann sich nur leisten, ein Spinner zu sein. Sonst würde er einpacken angesichts der Aufgaben, die unlösbar erscheinen.
gestern habe ich drei aufeinander aufbauende Artikel veröffentlicht, anbei die Übersicht:
1. “Soziales Netz im Lokalen” = Grundgedanken zu einem lokalen Social Network
2. “Buzzriders-Produktmodule” = groß denken, klein umsetzen
3. “1. Produktmodul User” = das Modul wird schematisch aufgezeigt
Weiter geht es mit den Schemata für die Produktmodule “Lokation”, “Thema”, “Kommunikation”, “Sicherheit/Privacy”. Stay tuned. Vorab noch ein Artikel zum Buzzcamp Nr. 6.
Nach dem Artikel “Buzzriders-Module” und den dahinter stehenden Gedanken “Soziales Netz im Lokalen” eine schematische Zeichnung des User-Moduls.
Das User-Modul stellt den Container für den Nutzer da. Welche Informationen werden dort abgelegt und verwaltet?
1. Registrierungsprofil
2. Personendaten
3. Interessensgebiete
4. Freundschafts-, Lokations- und Themennetze (nicht komplett dargestellt in Schema)
5. Privacy-Angaben
6. Nachrichtenfluss (nicht dargestellt in Schema. Hier: Inbox, Kontaktanfragen, Nachrichten- und Aktivitätsabos von Usern, Lokationen und Themen)
Aufgrund der Sensibilität der Adressangabe wird dem User die Möglichkeit geboten, sein echtes Profilbild vor Fremden zu verstecken, stattdessen kann er ihnen ein Alternativbild anzeigen. Dazu gehört ebenso das Geschlecht, seine Mail, seine Wohnortadresse, sein Geburtsdatum und seine Interessensgebiete. Um ihm diese Angaben so einfach wie nur möglich ändern zu lassen, wird er iphone-artige Schaltflächen neben den einzelnen Profilfeldern vorfinden, um zu bestimmen, wer was sehen darf.
Was leitet sich noch aus dem User-Modul ab?
1. Kommunikation: Ortsbezogen = Housing-Mail
Sobald der User seine Adresse erstellt hat, kann er auf Wunsch ein Housing-Mail versenden. Entweder an seine Adresse oder an eine beliebige, andere Adresse. Zudem wird er eine “Aktivität” (dazu gleich mehr) senden können, dass er “eingezogen” ist. Wie sieht die Housing-Mail aus?

Sie ähnelt einem Mailformular, nur mit dem Unterschied, dass man keine Personen anmailt, sondern Orte. Der User kann frei bestimmen, ob er eine Nachricht an einen Ort, Ort+PLZ, Ort+PLZ+Straße oder Ort+PLZ+Straße+Hausnummer etwas versenden möchte. Mit Text, Bild und/oder Video. Je nachdem wird die Nachricht eine unterschiedliche Verbreitung erfahren. Auszutesten ist, ob man verschiedene Vertrauensstufen und/oder aber Rechte benötigen wird, um gesamte Städte/Stadtareale anzumailen. Die anderen User vor Ort können die Nachrichten empfangen, indem sie entweder die Adress-Lokation explizit aufrufen oder aber ein entsprechendes Abo eingerichtet haben, das ihnen die Nachrichten im Userprofil anzeigt. Hiermit ist es möglich, unabhängig etwaiger Freundschaftsbeziehungen Nachrichten ortsbezogen zu erhalten. Was für einen steten Informationsfluss und die Vernetzung mit Dritten unabdingbar sein wird.
2. Was kann ein User noch tun, um sich vor Ort zu vernetzen?
Der User kann im Profil seine Interessensgebiete anlegen. Diese werden nach Eingabe mit einer Suche nach Usern mit gleichen Interessen vor Ort gekoppelt. Siehe zum Beispiel Xing. Oder Facebook. Social Networking Standard. Die Suche ist ein separates Thema und wird hier nicht behandelt. Was ich ebenso außen vor gelassen habe, ist das aus “Formspring” abzuleitende Konzept, dass man Usern Fragen stellen kann, die im Profil beantwortet angezeigt werden. Eine exzellente Geschichte, allerdings in der Roadmap einen Release später zu sehen.
Soweit so gut: Der User kann sich kurz und knackig beschreiben. Er kann kommunizieren (hier: nur Housing-Mail beschrieben. Im Artikel Kommunikations-Modul werden die anderen Kommunikationsmöglichkeiten ausführlich genannt). Er kann sich vernetzen. Und er kann suchen. Punkt. Das ist bereits schon das User-Profil in der ersten Stufe. Privacy-Angaben, explizite Lokations- und Themenfunktionen werden in den anderen Modulen abgedeckt. Wie er sich vernetzen kann und welche Möglichkeiten zur Abbildung von “Aktivitäten” bestehen, wird Aufgabe des Kommunikationsmoduls sein.
3. Was noch? Vorab: In der ersten Stufe des User-Moduls wird das folgend beschriebene System allerdings kein Bestandteil sein! Erst dann, wenn das Themen-Modul steht. Um das Anlegen von Themen zu fördern, wird ihm das System unmittelbar nach Angabe der Interessen anbieten, eine eigene Gruppe unter diesem Stichwort zu erstellen oder einer bestehenden Themengruppe vor Ort beizutreten.
A. Wählt er “eigenes Thema erstellen”, wird er wählen können, ob es sich um ein öffentliches oder aber privates Thema (damit nicht sichtbare für Dritte ohne explizite Einladung) handelt.
B. Wählt er “bestehendem Thema beitreten”, wird er angeben können, ob seine Mitgliedschaft offen oder versteckt angezeigt wird.
C. Seine Aktivität wird auf Wunsch wie folgt publiziert:
- Freunden mitteilen
- örtlich mitteilen (Housing-Mail System greift auf Adressangabe des Themenprofils zu)
- thematisch verwandten Themengruppen vor Ort mitteilen (die unter dem gleichen Stichwort angelegt wurden)
Um es deutlich zu sagen: Themen vor Ort müssen nicht unendlich bequatscht werden im Sinne eines Forums. Sie können wunderbar dazu dienen, Interessierte zu einem Thema auf Personenebene zusammenzubringen, ohne dass man auch nur einen Ton in der Themengruppe von sich geben muss. Exakt so werden auch zahlreiche Facebook-Pages genutzt. Sie stellen eine wunderbare Art von user generierter Suchfilterung dar.
4. Weitere Vernetzungsmöglichkeit über Adressangaben
Neben Housing-Mail, Themen und Interessensgebieten kann der User natürlich auf Ortsebene nach Personen suchen. “Wer wohnt in meiner Straße”, “wer hat in meiner Nähe ähnliche Interessensgebiete”, etcpp. Wichtig ist dabei, dass der User Spaß bei der Suche hat. Hierzu wird uns ein Karusell-artiges System dienen, das man annähernd mit dem Cover-Flow von iTunes vergleichen kann. Gesichter… Gesichter.. Gesichter.
5. Unterschied zwischen “etwas tun” und “etwas sagen”
Ein System wie Twitter lebt davon, dass User etwas sagen. Das fällt jedoch selbst bei der eingeschränkten Zeichenanzahl vielen Usern schwer. Die Aktivitätsquote ist nicht ohne Grund bemerkenswert gering. Die durchschnittliche Following-Zahl entsprechend ebenso. Facebook macht es da wesentlich geschickter: Es reportet Aktivitäten (“User hat Bild…”, “User ist vernetzt mit…”…), nicht nur “Gesagtes”. Das wiederum führt zu einer ungleich höheren Aktivitätsquote. Und bietet anderen Usern ungleich mehr Anknüpfungspunkte, das System zu nutzen. Und viel bequemer geht es nicht mehr, was die sprechfaulen User angeht, die eine große Mehrheit darstellen. Das wird auch der Grund sein, warum Buzzriders mehr einer Facebook-Timeline denn einer Twitter-Timeline ähneln wird. So wird der User in seinem Profil eine unterteilte Timeline wiederfinden: “Wer sagt was”, “Wer macht was”, “Wer mit wem”, “Was passiert wo”.
6. Buzzing / Zooming
Ich habe schon mehrfach von Zooming gesprochen, anhand von Housing-Mail wird das Prinzip klar. Jeder User hat vor Ort die Möglichkeit den Informationsfluss örtlich einzuschränken oder aber zu erweitern. Prinzipiell gefiltert nach Freunden und Fremden (-> “zeige mir Aktivitäten/Nachrichten von Freunden oder aber von Dritten an”). Um sich aber besser im wachsenden Strom an Informationen zurecht zu finden, wird das Buzzing eines der Leitprinzipien zum Weitertragen wichtiger Informationen sein. Wir kennen das bereits über Twitter = Retweeting oder von Digg.com = Digging. Es wird spätestens dann wichtig, wenn sich vor Ort erste, nachbarschaftliche Nachrichtennetze bilden.
7. Zusammengefasst
Im Großen und Ganzen wird der User ein knappes Profil vorfinden, mit wenig auszufüllenden Daten und einer schnellen Kontrolle seiner Sichtbarkeit. Er kann nach Belieben feinere Funktionen zum Austausch und Vernetzen benutzen oder aber die “groben”, sehr simplen Funktionen verwenden. Hier wird die GUI und das Layout eine große Rolle spielen, nämlich das Prinzip “easy to learn, hard to master” übertragen aus der Spieleindustrie zu unterstützen. Das, was oben schematisch gezeichnet wurde, wird durch das kommende Buzzcamp No. 6 verfeinert. Denn, wie immer gilt: Was trocken aussieht, zieht nicht. Was spielerisch aussieht, senkt Barrieren und motiviert selbst in Orten, wo man der erste User ist. Das wird zentraler Bestandteil vom Buzzcamp 6 sein, spielerische Elemente einzubringen.
wie im vorherigen Artikel angesprochen kommen wir nun zu den einzelnen Komponenten, die zunächst einmal schematisch aufgezeigt werden. Primär dienen sie als Leitfaden für die Roadmap, was die Umsetzung angeht.
Die Maxime für die Startphase ist dabei: Je weniger man benötigt, um den Nutzer für das Produkt zu begeistern und das Produkt zu vermitteln, umso eher erreicht man das Ziel, eine Startbasis geschaffen zu haben. Um ausgehend davon in kleinen Teilschritten weiter zu iterieren, abgeleitet aus der Kundennutzung, den weiteren Bedürfnissen und der Kundenzufriedenheit. Groß Denken, klein Umsetzen!
BWL-Entscheidungstheorie: Warum schlank und schmal?
Die Maxime basiert auf zwei Gedanken: Alle Theorie ist grau, die Praxis ist die Messlatte. Wozu also groß planen und (!) umsetzen? Menschen lernen aus der Praxis. Und zweitens? Stelle kontrollierbare Lösungen vorher auf die Beine und fixe daraus entstehende Probleme unterwegs. Probleme jetzt zu lösen, die in der Zukunft liegen könnten, ist eine schwachsinnige Methodik, da man nicht weiß, ob das Problem auftreten wird. Beispiel: Es ist unsinnig, sich über Skalierung von IT-Systemen für 1 Mio User vorab Gedanken zu machen. Mache Dir lieber Gedanken, wie man Kunden überhaupt erreicht und begeistert. Wenn das auftritt, kannst Du Dir gratulieren, dass Du ein Skalierungsproblem hast!
Egro? Die Kunst “Nein” zu sagen, ist zwar einerseits schwer umzusetzen, erleichtert aber die Minimierung von Entscheidungsvariablen. Viele Variablen sind zudem weder messbar noch bekannt, gerade zum Start. Die umgekehrte Alternative lautet: Ein Produkt komplex aufzubauen, um verschiedenste Kundenbedürfnisse und Nutzungsszenarien abzudecken, ist verführerisch. Damit steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen exponentiell an. Und man kann zugleich nicht mehr Szenarien-gesteuert beschränkte Marketingressourcen effizient platzieren. Warum? Komplexe Produkte bedürfen immens hohe Ressourcenkapazitäten, um Kunden zu informieren. Nach innen bedeuten komplexe Produkte eine präzise Steuerung von Entwicklern, Marketiers, Vertrieblern und damit einer ausgefeilten Organisatorik. Über dieses Know-How verfügen Startups jedoch nicht zu Beginn. Dieses Problem ist nicht einmal mit Cash im Überfluss zu lösen, das zeigen mit genügend Geld vollgestopfte Startups in der Moderne auf.
Wie wird Buzzriders umgesetzt, was sind die Lokationskomponenten?
Das Schemata der Einzelmodule folgt dem Prinzip der kleinen Schritte. Klein bauen, weiter denken, umsetzen.

Die Module werden einzeln vom Stapel gelassen, miteinander peu á peu verbunden. Jedes der Module wird zu Beginn so schlank wie nur möglich sein. Das erleichtert einerseits die Weiterentwicklung, andererseits das Testing.
Die ersten drei Module -User, Lokation, Thema- sind separat voneinander zu betrachten und können im Idealfall alleine für sich oder kombinierbar betrieben werden. Das Kommunikations- und Sicherheits/Privacy-Modul schafft den verbindenden Rahmen. Beispiel?
Alle Module werden separat als Open Source Module zum eigenen Hosting zur Verfügung gestellt. Buzzriders wird so oder so das Komplettsystem unter dem Label “Buzzriders” betreiben. Vergleicht es am besten mit Wordpress.com und auf Wordpress.org basierenden Einzelkämpfer-Blogs.
Beispiel zum Verständnis, wie die Module zusammenhängen und was sie bedeuten
So kann ein Webmaster das Modul “User” installieren. Das Kommunikations- und Sicherheits/Privacy-Modul wird mitgeliefert und erkennt, dass ein Lokations- und Themenmodul nicht benötigt wird. Mit dieser Konstellation kann der Webmaster ein eigenes Local Social Network betreiben, das nur auf die Vernetzung und Kommunikation von Menschen abhebt, Lokationen und Themen vor Ort bleiben außen vor. Lokation? Das kann eine Straße sein oder ein Cafe, was auch immer einen physischen Platz vor Ort darstellt. Thema? Das kann ein Stammtisch zum Thema Fußball des ansässigen Ortsvereins sein.
Bleibt es damit ein Local Social Network? Antwort: Ja, aber eingeschränkt! Konkret: Eine Kommunikation mittels “Housing-Mail” wird auf Straßenebene weiterhin ermöglicht (Beispiel aus einer Reihe von Konsequenzen). Doch kann sich kein User mehr mit einer bestimmten Lokation vernetzen, er kann nämlich weder spezifische Orte präziser an einer eigenen Stelle in diesem Netzwerk -ihm steht nur das Userprofil für personenbezogene Daten zur Verfügung- beschreiben, noch kann er für bestimmte Themen eigene Sammelstellen schaffen. Aber was ist dann mit Housing-Mail? Wo laufen diese Informationen auf? Nicht mehr gesammelt an einer Stelle, nämlich der Adresse -die im Netzwerk separat aufrubar wäre und damit auch alle Nachrichten, wenn das Lokationsmodul freigeschaltet wäre-, sondern in den User-Profilen (u.a. bestehend aus einer Art von “Timeline”/Inbox” á la Facebook), die sich diese Adresse zugeordnet haben. Die ortsbasierende Gruppenkommunikation wird damit lediglich auf individueller User-Ebene und innerhalb des User-Netzwerks ermöglicht, nicht mehr aber genau an diesem Ort gesammelt (wichtiger Unterschied für ortsbasierenden Nachrichtenfluss!!!).
Diese gedankliche und funktionale Trennung via Modulen erzwingt per se ein klares Vorgehensmodell bei der Ausprägung der Einzelkomponenten und erhöht zugleich die Variabilität beim iterativen Vorgehen, ausgehend von den Praxiserfahrungen.
Die Module User, Lokation und Thema sind Anlaufstellen, das Kommunikationssystem ist sozusagen das Schmieröl, das diese Anlaufstellen miteinander verbindet und das notwendige Leben einhaucht. Das Modul “Sicherheit/Privacy” ermöglicht es dem Benutzer, seine eigene Teilöffentlichkeit zu kontrollieren. Das Modul “Admin” steht dem Betreiber zur Verfügung.
Soweit das Schema. Im nächsten Artikel gehe ich näher auf das User-Profil und das Kommunikationssystem ein.