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Das Interview. Erste Frage

Peter: Robert, ich meine, dass du über das Jahr gesehen zu dem Themenaspekt Investoren bei buzzriders verschiedene Standpunkte vertreten hast. Klar scheint mir zu sein, dass du für die Umsetzung des Konzeptes schon bald weiteres Kapital brauchst.

Mit welcher Art von Investoren würdest du grundsätzlich Gespräche über eine Beteiligung bei buzzriders akzeptieren – Venture Capitalists wohl kaum?

Dazu noch eine ergänzende Bemerkung:
Lass uns mal annehmen, dass ein interessanter Investor auftaucht und über eine Beteiligung bei buzzriders nachdenken möchte. Mit wem soll er dann Kontakt knüpfen? Denn du willst die buzzrider Community in offen gestalteten Prozessen in die gesamte Ausgestaltung des Konzeptes einbeziehen, was hier wohl nicht funktionieren würde.

Robert:
Ich beantworte zuerst den letzten Teil der Gesamtfrage. Rechtlich gesehen -ein Teilaspekt der Frage- muss der Investor mit einem befugtem Stellvertreter der Firma rechtsvervindliche Absprachen treffen. Da ich das zur Zeit alleine bin, wird er mit mir sprechen. In Zukunft können das andere Personen sein.

Kommen wir zum Informationsaspekt. Unter Berücksichtigung der Interessen und Wünsche des Investors (möchte er ungenannt bleiben, will er die Höhe des Invests nicht bekannt geben, etcpp.) würde ich die Verhandlungen und den Verlauf publizieren. Alle, die an Buzzriders mitarbeiten, haben ein Anrecht darauf zu erfahren, über was verhandelt wird, da es ihr Eigenengagement natürlich mehr oder weniger tangiert, je nach Intensität und Umfang ihrer eingebrachten Leistungen. Was im Vorfeld bei der jetzigen, frühen Ausgestaltung von Buzzriders gilt, darf nicht später in eine schweigende Informationspolitik umgekehrt werden. Prinzipiell gilt, überall dort, wo wir weder auf rechtliche noch auf das Persönlichkeitsrecht tangierende Grenzen stoßen, soll Buzzriders als Vorhaben so transparent und so offen wir nur möglich nach allen Seiten kommunizieren. Es stellt eine der Grundsäulen von Buzzriders dar, dass in meiner Vorstellung ein offenes Unternehmen der heutigen Zeit mehr entspricht als klassische Modelle.

Ein weiterer Aspekt bei dieser Frage betrifft das faktische Mitspracherecht. Hat jemand, der freiwillig und extern für Buzzriders zuarbeitet, ein Anrecht auf Mitsprache? Faktisch -bin aber kein Jurist, um die Grauzonen auszuloten- wohl nicht. Jedoch, wie viel Mitspracherecht gewährt man freiwillig? Welche Entscheidungen werden von wem als gut und welche als schlecht definiert bzw. bewertet? Das ist die Gretchenfrage. Wo lässt man zu, dass Buzzriders einen gesteckten und noch zu definierenden Rahmen verlässt und wo nicht? Auch das zählt zu einen der sehr interessanten Aspekte von Buzzriders. Im Kern geht es darum, wie man ein Unternehmen baut, das nicht nur offen kommuniziert, sondern und vor allen Dingen auch von vornherein ein so flexibles und innovatives Unternehmen bleibt, das nicht vom Zahn der Internetzeit in nicht einmal wenigen Jahren weggefegt wird? Machen wir uns nichts vor: Es handelt sich um einen technischen Anbieter, der einem gnadenlosen Techniktempo auf dem Markt ausgesetzt wird. Was heute modern ist, ist morgen komplett veraltet. Eine Mischung aus Flexibilität und Planungssicherheit im Rahmen dieses Mitentscheidungsmodells ist zu finden. Keine Lösung für jetzt, sondern eine Aufgabe, die unterwegs zu bewätligen ist.

Der Feststellung “was wohl hier nicht funktionieren würde” kann ich daher so nicht zustimmen. Du setzt bestimmte Dinge voraus, die aber einem bestimmten Denkmodell unterliegen. So aber auch mein Denkmodell, das darauf basiert, dass sich für alles eine Lösung finden lässt, wenn man ein Basismodell hat. Würde ein Investor anfragen, der mit dem Unternehmensmodell X, Y oder Z nicht einhergeht? Würde sich überhaupt ein Investor finden? Die Antworten werden wir bald kennen. Vorab mit einem “Nein” zu antworten, entspricht nicht meinem Verständnis, da Wirtschaften und Leben ungleich flexibler und variantenreicher sind.

Du fragtest nach der Art des Investors. Welche in Frage kämen? Grundsätzlich kommen Investoren in Frage, die mit dem neuartigen Typus eines völlig offenen Vorgehensmodells einhergehen, Chancen sehen, Risiken verstehen, auch bereit sind, Ihr KnowHow einzubringen, ebenso willens sind, einen evolutionären Entwicklungsprozess zu begleiten, der eben nicht von vornherein klar erkennen lässt, wo Buzzriders nach bestimmten Entwicklungsstufen steht. Und das ist kein Ding für kurzfristig kalkulierende Investoren oder welche, die 100% kalkulieren können möchten. Es ist mehr für die Investoren die mit meiner Meinung einhergehen, dass der Mensch zunehmend sein Leben digitalisiert und damit Bedürfnisse abzudecken sind, die eng mit dem lokalen Leben des Menschen verknüpft sind. Die Aufgabe ist nicht etwas, was man in einem Monat lösen kann, sondern nur in Zusammenarbeit mit zahlreichen Köpfen über einen längeren Zeitraum hinweg lösbar ist. Orientierungsmöglichkeiten sind jedoch einem Investor als Mindestanforderung zu bieten, damit er für sich kalkulieren kann, was die grundsätzliche Vision von Buzzriders ist. Haben wir die schon definiert? Klare Antwort: Nein. Auch das sehe ich als eine der wichtigsten Aufgaben, woran gemeinsam zu arbeiten ist. Warum nicht vorher? Durch mich alleine? Gebe ich das Ziel und die grundsätzliche Marschrichtung von Buzzriders zu engmaschig vor, wird es meines Erachtens nach dazu führen, dass man zu früh Potentiale und Ausrichtungen blockiert. Gebe ich eine zu viel zu grobmaschige Ausrichtung vor, kann sich kein Investor vorstellen, um was es geht. Die bisherige Definition von Buzzriders und was es werden soll, ist in meinen Augen nicht zu viel aber auch nicht zu wenig (siehe Infos dazu).

Eine weitere, spannende Frage: Ist es von vornherein klar, dass Buzzriders Investoren benötigt, die Kapital gegen Unternehmensanteile tauschen? Der Kapitalmarkt kennt sowohl Mischformen wie auch Fremdfinanzierungsmöglichkeiten. Auch muss man fragen, an welchen Stellen wird Buzzriders Anschub- und Wachstumsfinanzierungen benötigen, die über den Eigenfinanzierungsspielraum hinaus gehen?

Der Beitrag wurde am Tuesday, den 14. July 2009 um 17:38 Uhr veröffentlicht und wurde unter Buzzriders, Interviews, News abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber du kannst dennoch einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Reaktion zu “Das Interview. Erste Frage”

  1. [...] letztes Interview vom Juli 2009 mit dem Buzzrider Ideengeber Robert Basic in 6 Teilen ist ein Weilchen her. Um Buzzriders ist es inzwischen still geworden; das letzte was ich gehört [...]

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