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D.I- Dritte Frage: Rückfluss der Einnahmen

Peter: Robert, du bist Initiator und Inhaber für deine Idee Buzzriders. Gegenwärtig entwickelt sich Buzzrider auch durch die unentgeltliche erbrachte Arbeit deiner Community.

Ich verstehe bisher, dass Arbeitsergebnisse aus der Community von Dir nur dann in Buzzriders aufgenommen werden, wenn vom Urheber heute schon sehr konkret erklärt wird, dass er seine Rechte an der Verwertung an Buzzriders abtritt (Schönes Beispiel dafür: Buzzriders Logo aus dem Ideenwettbewerb, dass vom Urheber zurückgezogen wurde, weil er bestimmte Rechte bei sich behalten wollte So nicht korrekt, Robert erklärt weiter unten warum… ).

Welche genauso konkreten Vorstellungen hast du, wie deine Community zukünftig an Buzzriders Einkünften beteiligt werden soll?

Ergänzend:
Unter Einkünfte verstehe ich

  • Einlagen von Investoren in Buzzriders
  • Einkünfte aus der Lizensierung der Marke Buzzriders
  • Einkünfte aus Werbung in Buzzriders Lokal Magazinen

Robert:
Korrigiere den Zusatzhinweis, dass “das Logo zurückgezogen wurde”. Das ist so nicht korrekt, sondern ich muss lediglich mit Alexa, der Urheberin des Signets (siehe Logolook.de), eine Vereinbarung explizit treffen, dass wir -Buzzriders- das Signet (das Logo wäre das Gesamtwerk aus Signet und Typo) verwenden dürfen. Davon gehe ich aus, dass wir das OK bekommen. Was sich aber beim Ideenwettbewerb gezeigt hat, dass man von vornherein nicht davon selbstredend ausgehen kann, dass Urheber bereit sind, ihre Ideen mit Dritten zu sharen, remixen und verfeinern zu lassen. Das ist eines der Learnings in der Frühphase von Buzzriders, auf Rechtsgrundlagen wie zB Creative Commons zu verweisen, wenn man Ideenwettbewerbe initiiert. Somit dann klarer wird, was und wer mit den erbrachten Leistungen weiter arbeiten darf. Die Wahl der geeigneten Lizenzform ist im Open Source Bereich nichts Neues und stellt eine Sicherheit im Rahmen der Mitwirkenden dar, was mit ihrem Werk geschehen wird, kann und auch soll. Auf die Grundidee des digital vereinfachten Miteinanders -nichts anderes stellen moderne “Weblizenzen” wie Creative Commons dar, damit man auf rechtlicher Ebene eben nicht dicke Vetragswerke individuell stricken muss, was extrem teuer wird auf Dauer- würde ich gerne zurückgreifen. Einbringen, mixen, remixen, sharen, verfeinern.

Nun zur Kernfrage, wie Einkünfte verteilt werden können und sollen. Das ist ein Unterpunkt von mehreren, der wichtig ist. Alleine darauf abzuheben, wird dem Projekt so nicht gerecht. Aus diesem Grunde nenne ich gesondert weitere Aspekte der “Entgeltung”. Es gibt mehr Arten als nur das monetäre Element, etwas zurückzugeben. Ich sehe hierbei die Punkte Erfahrungsaustausch, Rückgabe von Softwaremodulen zur allgemeinen Verwendung (eben Open Source mit entsprechenden Lizenzen), Befriedigung, sich an einem realen Projekt einzubringen und ein sozial anerkannter Teil des Projekts zu sein, Referenzmöglichkeiten für Dritte (Arbeitgeber und Kunden), herausfordernde Problemstellungen und natürlich eben die o.g. monetären Anreize.

Welche Einnahmeströme sind denkbar? Identifizieren wir diese und leiten ab, wie man daran partizipieren kann. Behalten wir dabei im Kopf, dass es zentrale und dezentrale Leistungsträger geben kann und wohl auch wird. Ebenso kann es sein, dass Buzzriders sehr lokal ausgerichtet ist, was das “Managing” (Vertrieb, Werbung, Funktionen, Rechtsform) i.a.S. der lokalen Seiten angeht. Das bedingt die Variation der Einnahmeverteilung an verschiedene Einheiten, je nach Modellierung in der Praxis.

- Werbung: Nomen est omen. Werbung auf lokaler Ebene kann durch gezielte Akquise der User, nicht nur durch professionelle Vermarkter erfolgen. Beteiligungsform: Provision. Zuordnung der Einnahmen an lokale Leistungsträger wie zB Redakteure (siehe Fragestellung No. 2). Wird es sich um fixe Werbekosten handeln und/oder um performance basierende (siehe Google AdSense)? Läuft die Werbung nur und ausschließlich auf Buzzriders oder auch auf Drittseiten?

- Kleinanzeigen: Wie Einnahmestrom Werbung zu sehen. Werden Kleinanzeigen pro Anzeige bezahlt oder kann ein Kunde ein monatliches Nutzungsentgelt leisten, das Kleinanzeigen inkludiert? Welche Kleinanzeigen sind kostenpflichtig? Ab einer gewissen Anzahl auch?

- Nutzerentgelte: Werden Kunden für bestimmte Leistungen monatliche fixe Entgelte leisten? Betrifft das lokale Angebotspakete oder auch seitenweite Angebote? Wie schlüsselt man die Einnahmen auf? Nur auf lokaler Ebene oder findet man einen Schlüssel, überregional Einnahmen zu verbuchen?

- Sponsoring: Es ist denkbar, dass zum Start Unternehmen lokale Seiten als Sponsor unterstützen und damit auf dieser Ebene zB von vornherein lokalen Redakteuren Einnahmenmöglichkeiten sichern. Was ebenso für lokale Vertriebs- und Werbeteams gilt (es ist nicht auszuschließen, dass sich User auf lokaler Ebene einfinden, die gemeinsam für Buzzriders Werbemaßnahmen einleiten, aber auch Werbe- und Kleinanzeigekunden akquirieren. Wenn wir diese Strukturen unterstützen und zum Start abbilden, wird das wahrscheinlicher auch entstehen).

- Regiogeld: Das lokale Leben besteht nicht nur aus “Wohnen” und “Freizeit”. Unternehmen agieren lokal und gehören damit ebenso zum System Buzzriders. Wo kaufen Kunden von Buzzriders ein? Natürlich auch lokal. Kann Buzzriders helfen, Kunden und Unternehmen zusammen zu bringen, über Werbung und Kleinanzeigen hinaus? Regiogeld kann eine Antwort sein. Auch hier die Frage: Kann Buzzriders hierbei dezentrale Managingstrukturen aufbauen oder soll es das zentral managen? Wie können Buzzriders Mitwirkende dann das Modell “Regiogeld” in Gang setzen auf lokaler Ebene, und welche Teile fließen von welchen Einnahmen in welche Gruppen/Organisationen?

- “Webmoney”: Es ist ebenso denkbar, dass Kunden statt einem monatlichen fixen Betrag je nach Bedarf “Webmoney” variabel einlösen, um bestimmte Aktionen -zB für virtuelle Güter- aufbrauchen können. Könnten sie damit auch lokale Redakteure finanzieren? Wer partizipiert an was?

- Lizenzierung und Invests wie von Dir angesprochen.

Kommen wir zu einem ganz spannenden Punkt in der Entwicklungsphase (bis zum einem produtivem Status X zunächst): Wie partizipieren die Personen an Buzzriders, die sich mit Zeit, Ideen und eingebrachten Werken beteiligen? Wer beurteilt ihre Leistung? Wer entscheidet, wie hoch die monetäre Entgeltung ist? Über welchen Zeitraum hinweg? Aus welchen Einnahmetöpfen (lokale Teams bekommen lokale Einnahmen? Oder nicht?). Wenn es Teams gibt, wer entscheidet über die Aufnahme und das Ausscheiden von Personen? In einem Projekt, bei dem es ums Geld geht, werden solche Fragen ganz schnell zu Gretchenfragen. Und sorgen -eines der Risiken bei diesem Vorgehensmodell- schnell für Unruhe. Fairness und Gerechtigkeit sind sehr individuelle Empfindungen. Was der eine als zu viel betrachtet, empfindet der andere als zu wenig.

Solange ich kann, würde ich gerne das Thema monetäre Anreize ausklammern, aber nicht für immer vergessen. Es bringt zu schnell einen Maßstab hinein, der mir persönlich bei weichen Zielen und einem offenen Vorgehensmodell zu absolut ist. Und zerstört unter Umständen eine Kultur des freiwilligen Sharings und womöglich die gesamte Vision, mit Buzzriders eine lokale Anlaufstelle zu schaffen, die tatsächlich die Bedürfnisse so gut wie nur möglich befriedigt. Was eine extreme Herausforderung ist. Ich sehe die Gefahr, dass wir uns im Verteilen des Bärenfells zu früh aufhalten, bevor der Bär erlegt ist. Wenn Buzzriders soweit stabil läuft und man wirklich und nicht nur theoertisch erkennt, wo sich Einnahmeströme ergeben haben, können wir immer noch zeitig genug an monetäre Kompensationen gemeinsam denken.

Ich habe gesagt, dass ich Buzzriders völlig entspannt angehe, Konzerndenke und Spaß tötende Dinge vermeiden will, eine Atmosphäre des Miteinanders im Vordergrund sehe. Wir haben kein Milliardenbudget zu verwalten und zu verantworten. Wir können testen und ausprobieren, ohne uns gegenseitig Vorwürfe zu machen, was nicht geklappt hat und wer nun die versunkenen Milliarden verantwortet. Genau das werde ich beim Thema “Geld und Bärenfell” so halten. Miteinander ausbaldowern was geht, entspannt, entkrampft, mit offenen Karten spielend.

Nun könnte man sagen: Ok, Rob weicht aus. Er lässt andere kostenlos mitarbeiten und wenns soweit was zu Verteilen gibt, ist das ein Punkt, den man dann vergessen hat:) Offene Kommunikation bedingt nicht nur Offenheit, sondern auch Nachvollziehbarkeit. Wer ansagt, muss auch zeigen. Das werde ich bei den ersten Startseiten zu zeigen versuchen (ich nenne diese Seiten “Startseiten”, weil sie die ersten Inhaltsangebote auf Buzzriders darstellen werden und schon vorab experimentell aufzeigen sollen, wie Redakteure mit den Usern gemeinsam viel dichter als gewohnt zusammenarbeiten können). Auch wenn es nicht die gesamte Einnahmenpartizipierungspalette (langes Wort:) aufzeigen wird. Es wird aber einen Teil davon aufzeigen. Und auch in der Praxis testen, was wir uns vorher überlegt haben. Ja, das muss ich noch genauer beschreiben, was da kommen wird. Gemach, urlaub ist Urlaub. Erstmal Deine Frage hier, dann Sponsoring fürs Buzzcamp in Essen besprechen, und und und… ok, Auszeit jetzt, Eis essen gehen. So long bei 33 Grad im Schatten, ufffz.

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Der Beitrag wurde am Thursday, den 16. July 2009 um 14:22 Uhr veröffentlicht und wurde unter Buzzriders, Interviews abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber du kannst dennoch einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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