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D.I. – die vierte Frage: Integration lokaler Inhalte von Dritten

Peter: Lass uns mal einen Blick auf die Quellen werfen, aus denen die Inhalte eines Buzzriders Online Magazins generiert werden könnten.

Zuerst die traditionellen Quellen mit eigenen PR-Bereichen, die per Email, FAX und auch häufig mit RSS Feed ihre Infos bereitstellen. Diese sind:

  • Parteien, Kirche, eigenständige caritative Einrichtungen, Wirtschaftsverbände (IHK, Gewerbevereine)
  • Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste
  • Freizeitvereine (Sport, Hobby)
  • Kommunen und ihre Ämter und Betriebe (Amtliche Veröffentlichungen, Sport- und Kulturamt, Wirtschaftsförderung, Stadtwerke)
  • Veranstalter (Theater, Kino, Musik/Kleinkunstbühnen), Erlebnisgastronomie
  • Tourismusvereine, Volksfestveranstalter und Marketingorganisationen mit regionalen Freizeit/Erlebnis Inhalten

Daneben gibt es die neuen Quellen des Webs. Diese werden von Privatpersonen, Firmen oder dem engagierten Pressewart eines Vereins bereitgestellt. Dazu zähle ich:

  • Regional gefilterte Twitter (wie z.B. im Regioblog)
  • Regional gefilterte Bilder und Videos aus den Multimedia Onlineportalen wie flickr und youtube
  • Regionale Tourenbeschreibungen bei GoogleMaps, GoogleEarth, in denen Bilder, Videos, Texte zu Gastronomie/Kultur/Landschaft/etc. als Mashup aus Karten, privaten Web-Auftritten und den Inhalten von Multimediaportalen angeboten werden
  • Private Webauftritte, z.B. als Blog mit RSS-Feed

In einer Sonderrolle sehe ich:

  • professionelle Autoren,
  • Journalisten,
  • gewerbliche Presseportale,
  • Fachverlage mit Newslettern,

die Texte und Fotos bereitstellen, manchmal sogar exklusiv für eine der oben genannten Quellen.

All diesen Inhalten ist eines gemeinsam: Ihr Autor oder Rechteeinhaber erlaubt eine Weiterverwertung der Inhalte. Mit höchst unterschiedlichen Nutzungsrechten. Zur jeweils geltenden Regelung wird bei den Quellen auf die eigenen AGB’s, eigene Lizenzmodelle (oder die von Dritten) oder einem Hinweis auf die geltenden Gesetze zum Urheberrecht verwiesen. Oder einem Mix davon. Die von Einsteigern oft gelebte Einstellung dazu ist: “Na super – weil ich mich da auch einlesen will, nur um ein popeliges Foto ins eigene Online Magazin übernehmen zu können. Ich mach jetzt Cut&Paste und fertig. Soll der Fotograf doch bitte mal die Creative Commons Lizenz für seine Bilder gelten lassen, dann klaue ich es ihm auch nicht.”
Doch selbst wer sich auskennt und Nutzungsrechte respektieren möchte, muss irgendwann nachfragen. Ein konkretes Beispiel: Ein städtisches Kulturamt stellt per eigener Internetseite und per Newsletter ein von ihm organisiertes Open-Air auf dem Marktplatz vor. Dazu gehören auch Bilder, Texte der auftretenden 4 Gruppen und sogar deren Video eines früheren Livegigs. Vor einem juristischen Laien scheint sich ein Abgrund zu öffnen bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage: Was davon darf ein Redakteur eines Buzzriders Online-Magazin auf die eigenen Webseiten stellen, ohne groß über Urheberrechte und Lizenzfragen (oder gar die für das Video zu zahlende GEMA-Gebühren) nachdenken zu müssen? Im Impressum der städtischen Seiten steht dazu regelmäßig nichts. Und die Stadt zahlt auch keine GEMA.

Die oben genannten Quellen bieten für den Leser attraktive, kostengünstige Inhalte. Doch deren Nutzung ist, wenn es ganz blöd kommt, von Fall zu Fall rechtlich zu klären.
Was tun? fragt sich der Buzzriders-Herausgeber eines lokalen Online Magazins für Rosenheim und schaut sich fragend um.

Robert:
Im Grunde genommen muss er sich der gleichen Frage wie jeder andere Publizierende stellen, der Inhalte produziert: “Wenn das Einholen der Rechte zu viel Zeit oder Geld kostet, muss ich den Inhalt links liegen lassen?”. Ich würde die Frage mit einem “JA” beantworten. Das muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Unabhängig von Buzzriders gesehen.

Im Zusammenhang mit Buzzriders werden wir versuchen, dass die Nutzer proaktiv an der Inhalteaufbereitung und der Stufe zuvor, der Lieferung von Inhalten, bewusst mitmachen. Darauf kann ein Publizierender zurückgreifen und seine eigene Arbeit bei der Suche nach Informationen einfacher gestalten. So meine Hoffnung, dass nicht nur die Instrumente, sondern auch das Schaffen eines gemeinsamen Bewusstseins dazu beitragen, wertige Inhalte zu schaffen, die andere sichten, filtern und aggregieren können. Aber auch da wird es zu rechtlichen Nutzungsaspekten kommen. So muss der Publizierende, der sich als Lokalberichterstatter versteht, die Kompetenz besitzen oder sich erarbeiten, dass er z.B. vor Veröffentlichung eines Personenfotos die Person um Erlaubnis bitten muss, inkl. die Ausnahmen kennen. Ich verstehe Buzzriders nicht als einen Seminarveranstalter für Rechtsfragen. Auch nicht als Ausputzer für diejenigen, die nonstop Inhalte Dritter unerlaubt verwenden.

Wenn dieser wichtige Prozess einmal in Gang gesetzt ist, kann man immer noch in der Folgephase konsequenterweise nach weiteren Möglichkeiten schauen, wo es zu zeitlichen und finanziellen Engpässen aufgrund der Rechtelage für die Publizierenden kommt, wie man das verbessern kann und was davon unter dem Strich herauskommt. So ist es nicht undenkbar, dass Buzzriders mit der Zeit einen Rechteservice anbeitet -ob internalisiert oder externalisiert- auf den die Pubizierenden zurückgreifenden können. Dazu kann ein klares Regelsystem dazugehören, was die Nutzung von Bildern und weiteren medialen Inhalten angeht, die die Nutzer auf Buzzriders zur Verfügung stellen. Und was die Nutzung externer Inhalte angeht. Ist es undenkbar, dass Fotografen Buzzriders in einer eigenen Bilderdatenbank den Publizierenden ihre Fotos anbieten? Warum nicht?

Aber alles step by step. Erst muss es Buzzriders gelingen, dass Nutzer und Publizierende auf lokaler Ebene bewusst (!) und effizient zusammenarbeiten. Und zwar so, dass die Nutzer zufrieden sind, was die Inhalteaufbereitung angeht. Ich denke und hoffe, dass wir das in der Alphaphase, also in frühen Tests, austarieren können. Ist das geklärt, kann man sich mit weiteren Fragen beschäftigen und diese in die Prozesse verzahnen, um Publizierenden seitens Buzzriders weitere Unterstützung anzubieten.

Wenn ich einen Wunsch äußern kann, dann diesen: Dass sich sowohl die Publizierenden als auch die Nutzer bei uns melden und uns informieren, was und wie sie etwas brauchen, um gemeinsam gute aber auch rechtssichere Inhalte auf die Beine zu stellen. Denn nur so können wir erkennen, wo es brennt, wo es hakt und wo es schmerzt. Das gehört letztlich zu einem der wesentlichen Grundbausteine von Buzzriders: Einzelpersonen können sich zu Teams bilden, die gemeinsam an einem Problem arbeiten. Damit die Ergebnisse in Buzzriders einfließen. Dafür werden wir auf Buzzriders und womöglich auf Ning.com/Mixxt.de (werden wir bald testen) Anlaufstellen schaffen, wo dies ermöglicht wird. Die Zusammenarbeit und das “Regelset” werden wir auf dem Buzzcamp 2 in Essen besprechen.

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Der Beitrag wurde am Friday, den 17. July 2009 um 12:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Interviews abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber du kannst dennoch einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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