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D.I. – die fünfte Frage: Buzzriders – besser Online&Print ?

Peter: Hältst du eine regelmässig erscheinende lokale Buzzriders Ausgabe als gedruckte Zeitung für sinnvoll?

Ergänzend dazu fünf Thesen:

  • Die Anzeigenkunden aus Mittelstand, kleinen Dienstleistungsbetrieben und Einzelhandel werben nach wie vor mit Print (Anzeigen in kostenlos verteilten Stopfzeitungen und lokalen Amtsblättern, Wurfzettel). Eine gedruckte Buzzriders Ausgabe wäre als zweites Standbein geeignet, um in der 1-2 jährigen Einführungsphase von den lokalen Anzeigenkunden als attraktiver Partner akzeptiert zu werden.
  • Überregional werbende Anzeigenkunden wären an Buzzriders Online+Print interessiert, denn dieses Konzept öffnet bundesweit die lokalen Räume wie es derzeit kein anderer Dienstleister mit dieser Bündelung von regionalen Inhalten unter einer Marke für Online+Print anbieten kann.
  • Anders als bei den Tageszeitungen gilt: Die kostenlosen Anzeigenblättchen florieren.
  • Die meisten Menschen ab 35 ziehen privat die Anzeigenblättchen jedem parallel angebotenen Onlineauftritt mit gleichen Inhalten vor – z.B. am Wochenende auf dem Gartenstuhl, so nebenbei in den ruhigen Momenten. “Internet=Arbeit” ist eine bei Älteren weit verbreitete Lebenseinstellung, neben dieser: “Zeitung lesen=Freizeit/Pause”. Die Gleichung “Online-Zeitung=Freizeit” passt da nicht rein.
  • Für die lokalen Akteure in den Parteien, Verwaltungen, der Kirche und den Vereinen hat das Internet heute und in den nächsten 18 Monaten nicht den Stellenwert, um dort auch selbst aktiv den lokalen Dialog mitzugestalten. Für diese Generation in den Städten unter 50.000 Einwohner gilt: “Nur was gedruckt wird, muß beachtet werden.” Das Internet hat in ihrer Wahrnehmung der Medienlandschaft keinen relevanten Stellenwert. Erst nach der Ablösung der gegenwärtigen Vorsitzenden und Amtsinhaber durch die nächste Generation wird sich das ändern. Bis dahin wird eine Buzzriders Printausgabe für den lokalen Dialog traditionell bevorzugt werden. Und hast du erst die lokalen Akteure aus Partei, Verwaltung, der Kirche und den Vereinen in den Buzzriders Dialog eingebunden, dann kommen auch die Anzeigenkunden.

Robert
Der Informationsträger Papier wird imho zweifellos eines Tages ausgestorben sein, bis dahin werden viele Verlagsmanager graue Haare verlieren. Niemand kann dabei sagen, wie lange es dauert, bis der Switch insbesondere bei der Presse gänzlich erfolgt ist. Aber das nur am Rande, weil ich das Thema spannend finde.

Sollte demnach Buzzriders diese Option ausschließen? Nein, da wir nach wie vor über das Trägermedium Papier die Gewohnheiten vieler Menschen recht gut abbilden können. Dementsprechend ist eine ganze Industrie vorhanden, die diesen Bereich schon sehr lange abdecken. Auf deren Erfahrungen Buzzriders zurückgreifen kann. Macht das Sinn, eine Druckvariante von Buzzriders aufzuziehen? Welche Lücken füllt man, die der bisherigen Markt nicht abgedeckt hat? Wo rechnet sich das überhaupt? Bietet es unter Umständen wichtige Marketingeffekte?

Meine Antwort darauf ist an sich einfach, zwar nicht direkt zufrieden stellend, aber konsequent: Ich habe zu Beginn von Buzzriders gesagt, dass ich es zusammen mit Dritten aufbauen werde, die sich einbringen wollen. Ich kann unmöglich in allen Bereichen ein Profi sein. Und im Printbereich bin ich ganz sicher keiner. Hierzu benötigt man Fachleute. Dazu gehören natürlich ebenso Fachleute, die sich im Printgeschäft auskennen. Wenn sich ein Team um dieses Thema bildet und ein schlüssiges Konzept auf die Beine stellt, wird das entsprechend umgesetzt.

Betrachten wir nochmals die Bedürfnis-Kernsäulen, die Buzzriders in meinen Augen ausmachen werden (stets mit der lokalen Klammer versehen): Sozialisierung (“Kennenlernen, Vernetzen”), Information (“News, Werbung=Infos”) und Existenzsicherung (“Handel, Ver/Einkauf”). Welche der drei Kernsäulen können im Printbereich ihren Platz finden? In einer derartigen Kombination, dass es unter Umständen gar neuartig ist und die Menschen als Gesamtprodukt anspricht? Oder macht es Sinn, dass mein Teile davon in bestehenden Printprodukten integriert? So wie z.B. MyHeimat.de in manchen Orten als Beilage und in anderen Orten als eigenständiges Printprodukt vertrieben wird.

Auf eines möchte ich jedoch gerne hinweisen, da es auch in dieser Frage unterstellt wurde, dass die Menschen das Netz immer noch nicht als vollwertiges Informationsmedium gegenüber Print betrachten: Die rasante Entwicklung des Internets und einhergehend dessen empfundene Bedeutung hat eine steile Kurve von lediglich 15 Jahren gezeichnet. Buzzriders als langfristiges Produkt gesehen steigt in einer Phase des Umbruchs ein, in der das Internet allerorten spürbar an Bedeutung zugenommen hat. Macht es dann wirklich Sinn, auf Print zu setzen, statt sich auf die dramatisch zunehmende Digitalisierung des menschlichen Lebens zu fokussieren? Das für mich ohne Zweifel auch das lokale Leben -das einen Großteil unserer Aktivitäten ausmacht- immer stärker mit einschließt. Bis wir Buzzriders so weit stehen haben, dass es als Gesamtprodukt stabil steht, werden noch Jahre vergehen. Und man sollte immer daran denken, wo man hinkommen will, nicht wo man im Jetzt ist. Wir können diese Digitalisierung mit gestalten, nicht nur darauf reagieren. Darin sehe ich unsere große Chance.

Das große Aber höre ich jetzt schon: Aber wie will Buzzriders bis dahin überleben? Wenn die Antwort Print wäre, dann würde ich alles daran setzen, dass es nicht so bleibt.

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Der Beitrag wurde am Wednesday, den 22. July 2009 um 13:39 Uhr veröffentlicht und wurde unter Interviews abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

7 Reaktionen zu “D.I. – die fünfte Frage: Buzzriders – besser Online&Print ?”

  1. ronjaraeubertochter says:

    ich halte schon die online-version für überflüssig, was brauchts da noch print?

  2. Peter Löwenstein says:

    @ronjaraeubertochter: Und warum sind beide Lösungen überflüssig?

  3. wingthom says:

    Print könnte aus meiner Sicht so funktionieren: liefert den lokalen Anzeigenblättern und anderen lokalen Printmedien kostenlos die Inhalte und inklusive Refinanzierung über Werbung, z. Bsp. als PDF etc., die drucken dann und verteilen.

    Gegen den lokalen Anzeigenverkauf dieser Blätter kann und sollte man nicht arbeiten, da haben die mehr PS auf der Straße (und jahrzehntelange Erfahrung und Kundenbindung).

    Diese Medien machen eine ganz einfache Rechnung auf: was kostet es mich die Seite selbst mit “Redaktion” und “Werbung” zu befüllen, was bringt es. Wenn Buzzriders hier mindestens eine schwarze Null liefern kann, sind Chancen vorhanden.

    Eine “mitgelieferte” Refinanzierungsmöglichkeit könnten Werbeschaltungen sein, die bisher regionalisiert nicht durchgeführt wurden, weil die Kunden das nicht leisten konnten. Wer das zentral organisiert hat die Refinanzierungsfrage beantwortet.

  4. mucmo says:

    Ich denke, dass bei Onine&Print die Gefahr besteht sich zu stark zu verzetteln.
    Bevor man sich auf einen zusätzlichen (Print) vorwagt, sollte man erst sicherstellen, dass der Online-Bereich gut bewältigt werden kann. Hat man nach einer Testphase dann immer “noch Luft”, kann man darüber nachdenken auch noch in andere Bereiche vorzustoßen.

  5. Aus meiner eigenen kleinen (Nischen) Erfahrung möchte ich erwähnen das ich immer wieder überrascht bin, das es nach wie vor eine große Zielgruppe gibt, die online nicht, über Print aber sehr gut erreichbar ist. Und das heißt nicht das diese Menschen keinen Internet Anschluss haben…der Fokus ist einfach ein anderer. Nicht mal das Alter ist entscheidend. Am Frühstückstisch am Sonntag ist nach wie vor die Zeitung als Informationsquelle erste Wahl und nicht das Notebook!

  6. Sandkorn says:

    Klar am Frühstückstisch ist es noch die Zeitung, ich lesen auch gerne noch ein Buch. Doch die Ausgabe auf Papier könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Stichwort eBook-Reader, noch kann man damit “nur” Bücher anschauen. Schon bald denke ich, kann man über solch flache und einfachen Geräte auch Internetseiten abrufen. Warum dann nicht auch die Neuigkeiten aus dem lokalen Bereich? ;)

  7. Lesetipp: Thomas Knüwer schreibt in “Der Mythos der Gratiskultur” über Print- und Online Geschäftsmodelle und deren Nutzen für Leser. Dort

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