“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.” (Antoine de Saint-ExupĂ©ry)
Vorab: Es funktioniert, es funktioniert, es funktioniert:)) Es gab gar einen Moment, wo die gesamte Gruppe so intensiv diskutiert hatte, dass ich wusste, dass Buzzriders eines Tages greifbar und “anklickbar” sein wird. Ich weiß es einfach, jetzt:) Es wird nicht in ein 08/15-Ergebnis münden. Es wird atmen, es wird wachsen und es wird sich als das etablieren, was mir vor Augen schwebt: Als die lokale Anlaufstelle im Netz, die das lokale Leben spiegelt und digital erlebbar macht. Mit all seinen reichhaltigen Facetten.
Das zweite Buzzcamp fand in Essen im “Unperfekthaus” am 01. und 02.08. statt. Die Location hatte Stefan Evertz (hirnrinde.de) kurz nach dem ersten Buzzcamp vorgeschlagen. Da ich das Unperfekthaus vom Barcamp Ruhr 1 und 2 bereits kannte, hatte ich den Vorschlag gerne aufgenommen. An dieser Stelle einen ganz besonderen Dank an Stefan, der tatkräftig mit angepackt hat und uns wunderbar geholfen hat, dass Buzzcamp 2 rund läuft, Kudos!!!
Buzzriders -und das ist seit Beginn an so- ist kein klassisches Startup. Das Wenige im Stillen Kämmerlein planen und irgendwann eines schönen Tages den Usern präsentieren. Mein Ziel ist und bleibt, Buzzriders so zu formieren, dass sich in allen Phasen Menschen mit ihren Ideen, Vorstellungen und Wünschen einbringen können. Ohne unbedingt mit Kapital in Buzzriders beteiligt oder angestellt zu sein. Dieses offene Vorgehen erfordert von mir, der sowas noch nie zuvor gemacht hat, und von allen Beteiligten einen großen Lernwillen, das Projekt in allen Aspekten immer besser auszugestalten, vaD unter organisatorischen und insbesondere kommunikativen Aspekten.
Mein grundlegende Vorstellung hinter diesem Vorgehen ist, dass sich Menschen unter einer gemeinsamen und offenen Vision zusammefinden können, aus dem Bewusstsein des Gemeinsamen heraus einen Drive und Spirit entwickeln, der weitaus Größeres als bei üblichen Vorgehensweisen schafft. Daher das Eingangszitat oben;)
Es ist dabei nicht notwendig, die konkrete Ausgestaltung von Buzzriders als Produkt vorzugeben. Das zeigt sich Stück für Stück immer mehr, dass es trotz aller Schwierigkeiten und Bedürfnisse der Teilnehmer nach etwas Anfassbarem, etwas Anklickbarem, funktioniert. Wir entwickeln Buzzriders über viele iterative Denkschritte von etwas zunächst gedanklich sehr Grobem zu etwas immer Konkreterem.
Die einzige Klammer, die ich dabei vorgegeben habe ist welche? Qu’est-ce que c’est? Was ist es? Es existiert weder im deutschsprachigen Raum noch in vielen anderen Web-Ländern eine Webseite, die den Menschen allgemein gültig als die Anlaufstelle bekannt ist, um sich auf lokaler Ebene im Netz zusammen zu finden (es gibt zahlreiche Lokalseiten in jeglicher Form, aber keine, die übergreifend in allen Orten den Usern präsent ist). Ob es nun um den Austausch der Nachbarn in einer Straße geht, ob es um Kleinanzeigen mit Lokalbezug geht, ob es um das Informieren über das Geschehen vor Ort geht, ob es um das Kennenlernen der Menschen in der Nähe geht, ob es um Jobsuche geht, es spielt keine Rolle.
Wenn der User die Augen zumacht und etwas lokales im Netz machen will, soll er primär an Buzzriders denken. Das ist das Ziel. So wie er bei Suche an Google denkt, beim Einkaufen an eBay und Amazon, beim geschäftlichen “networken” an Xing. Der User soll “Lokales” mit “Buzzriders” verbinden. Um Mehr geht es nicht, aber auch nicht um Weniger. Es ist für mich irrelevant, welche Werkzeuge dafür geschaffen werden müssen, es ist mir egal, ob es für diesen oder jenen Nutzen verwendet wird, es ist mir egal, ob es z.B. eine Mischung aus lokale Kleinanzeigen- und Newsseite wird, wenn man es als anklickbares Produkt denkt.
Eins ist mir persönlich klar: Die Werkzeuge, die der User verwendet und sieht, müssen so simpel und zugleich so flexibel wie nur möglich nutzbar sein. Analog: Ein Telefon ist simpel zu bedienen und dennoch ungemein flexibel, wozu man es nutzt, was die Gesprächsinhalte und damit die daraus resultierenden Möglichkeiten angeht. Twitter als ein virtuelles Kommunikationsinstrument ist einfach und simpel, dennoch schaffen die Menschen über die gemeinsame Interaktion ein ganzes Bündel an Nutzungsmöglichkeiten. Das Problem, das Twitter bei der Verbreitung hat: Es ist schwer vermittelbar, zu was man es nutzt, da es keine Ausrichtung mit auf den Weg bekommen hat. Das Verständnis ergibt sich erst durch die Nutzung. Und auch das ist nicht leicht: Es dauert, bis der User es langsam begreift. Das will ich bei Buzzriders vermeiden. Die Ausrichtung ist extrem wichtig, noch wichtiger als die Simplizität der Technik, und das Nutzungsverständnis muss schneller erfahrbar sein.
Die Technik muss demnach nicht alles von Beginn einer Handlung bis zum Ende einer Handlung abdecken im softwaretechnischen Sinne. Das ist ein häufiger Trugschluss von Erbauern. Die Technik spiegelt lediglich ein Mindset wider, der Mensch macht es erst durch die Nutzung zu etwas Spannendem, Konkretem. Gerade und insbesondere, wenn man Buzzriders -was banal klingen mag- auf der Metabene als Kommunikationsinstrument betrachtet, das Informationen zwischen Menschen fließen lässt.
Wenn man das Mindset auf Lokales fokussiert und die Instrumente so simpel wie nur möglich gestaltet, ist die größte Herausforderung, das Mindset als Botschaft voranzubringen, weniger das Instrument. Wenn dann das Instrument simpel ist, vereinigt man zwei wichtige Kernelemente: Das Mindset Lokales und den Faktor Simplizität der Nutzung der entsprechenden Instrumente. Die schnelle Erfahrbarkeit von Buzzriders ergibt sich aus diesen beiden Faktoren als Summe.
Wie realisiert man dies? Ganz einfach und doch so schwer zu greifen: Das ergibt sich durch das offene Vorgehensmodell, durch das gemeinsame Verfolgen der Vision, eine lokale Anlaufstelle im Netz zu schaffen, die den Menschen gefällt und gerne genutzt wird. Überall dort, wo Menschen gemeinsam an einer Sache in einem offenen Umfeld arbeiten, sich engagieren und einbringen können, kreativ sein dürfen, Fehler machen können, ohne Angst zu haben, entstehen ungemein faszinierende Dinge.
Wer ebenso wie ich glaubt, dass das räumliche Element den Menschen prägt und bewegt und auf dieser Basis eine großartige Chance sieht, ein digitales Gefäß zu schaffen, das dies spiegelt, wird bei Buzzriders gerne mitmachen womöglich. Übrigens, eine grobe Vorstellung zu haben und erst auf dieser Basis etwas Konkretes zu schaffen, ist nicht sehr ungewöhnlich. Wir Menschen tun das andauernd, seit jeher.
So auch bei Buzzriders: Das Internet ermöglicht mir, diese Idee zu realisieren. Menschen zusammen zu bringen, offen Gedanken und Vorstellungen auszutauschen, vor Ort beim Buzzcamp und im Netz. Stück für Stück wird es dichter, konkreter, greifbarer.
Aus dem zweiten Buzzcamp nehme ich ein ganzes Bündel an Folgemaßnahmen wird. Es ergaben sich viele Fragen, aber auch Antworten. Die ich in Folgeartikeln präzisieren werde.
Da ich das Buzzriders-Projekt auch unter dem Aspekt der Wissens- und Erfahrungsteilung laufen lasse, möchte ich gerne auf einige veranstaltungstechnische Sachen hinweisen.
Das Unperfekthaus für Veranstaltungen dieser Art sollte man unbedingt ins Auge fassen. Ich habe 18 Euro pro Person pro Tag (demnach 36 pro Person für die beiden Tage) vom Unperfekthaus in Rechnung gestellt bekommen (Gesamtkosten ca. 900 Euro, einen Teil davon trägt Vodafone als Sponsor, herzlichen Dank!!). Das inkludiert den Einlass (Laufkundschaft kann das Haus betreten und zahlt dafür rund 5 Euro), Softdrinks, Kaffee, Tee, freies WLAN überall, für Samstag eine Brotzeit und ein Buffet am Abendessen, für Sonntag den ganzen Tag ein all-you-can-eat-Buffet und die Nutzung von drei Räumen (Beispiel “Raum Internetsofa”: Platz für ca. 10 Personen, mit gemütlichen Couches und einem großen Flatscreen inklusive Internetzugang und wireless Keyboard ausgestattet). Eine ganz und gar fantastische Location.
Btw, was hatte ich für das erste Buzzcamp an Kosten gehabt? Rund 1.000 Euro. 2/3 für Getränke und 1/3 für den Raum. Nur mal zum Vergleich. Bei jeweils wie vielen Personen? Am ersten Buzzcamp hatten an zwei Tagen insg. 50 Personen und am zweiten Buzzcamp. ca. 40 Personen kumulativ teilgenommen. Es zeichnet sich also ab, dass man pro Person ca. 20-25 Euro je Veranstaltungstag rechnen muss.
Das Buzzcamp läuft im Open Space Format. Daher ist es extrem wichtig, dass die Teilnehmer Flipcharts haben, um in dem jeweiligen Workshop Ergebnisse zu fixieren, aber auch den anderen Gruppen später präsentieren zu können. Was noch wichtiger ist und zunehmend wird: Wie bindet man diejenigen ein, die nicht am Buzzcamp teilnehmen können, sich aber virtuell informieren wollen? Dazu später mehr in einem separaten Artikel.
[...] Robert Basic: mein Resümee: Buzzcamp 2 in Essen [...]
klingt ja hoch motiviert und spannend. da ich nicht vor ort war, hier gleich meine fragen ;) gibt es z.b. schon system-, zuständigkeits- oder workflow- entscheidungen und vielleicht auch sowas wie ein PMS oder eine roadmap?
[...] Hier noch eine ausführliche Zusammenfassung von Robert Basic Veröffentlicht in [...]
[...] ausgewirkt haben. Hier hat Robert sehr schnell gelernt und ich denke auch er ist von der Location begeistert [...]
[...] Experiment, denn auch Robert wird so langsam erst klar, was dabei herauskommen könnte, wie er in seinem Resümee festhält. Ich werde weiter berichten. Geschrieben in News | Tags: buzzriders, essen, [...]
@Andy, auch das steht auf der ToDo Liste
Die Idee die hinter euren Vorhaben steht find ich gut. Mal sehen wie sich das entwickelt? Gut natürlich.
Toi Toi Toi
Hi Robert,
hat BuzzRiders Interesse an einer offenen Schnittstelle zu Veranstaltungsdaten?
Ich habe leider keine Zeit am WoEnde BarCamp Berlin; daher hier der Vorschlag als Kommentar.
Wir haben den größten dezentralen Pool von Eventdaten in D und eine natürlich kostenfreie XML Schnittstelle und würden uns auf diesem Wege gerne einbringen …
BG
Andreas