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IST-Stand Buzzriders, Teil 1

fassen wir zusammen, wo Buzzriders nunmehr nach rund einem halben Jahr und drei Buzzcamps nebst zahlreichen Meetings, Gesprächen und Sonstigem steht. Im Teil 1 betrachte ich die Startphase, genauer gesagt die Eingangsvoraussetzungen.

Der Beginn war wie geahnt holprig, nicht einfach, aber die Phase ist durch. Aus der nebulösen Aufgabe, dass “Buzzriders als Webservice für Lokales stehen soll” sind ziemlich klare Gebilde herausgekommen. Aus Fragezeichen sind Ausrufezeichen geworden. Es wurden weder organisatorische noch inhaltliche Vorgaben gemacht. Wenn man von Null anfängt, halte ich strikte Vorgaben für zu einengend, zu gefährlich, um einen kreativen Prozess, der notwendig ist, möglicherweise zu zerstören.

Das mag strukturierte Menschen stören, aber es gibt Phasen, wo Strukturen schlichtweg nicht angebracht sind. Die kommen von selbst, quasi. Wenn es soweit ist und nötig wird. Man merkt schon, ich glaube an die selbstorganisierenden Fähigkeiten von Menschen. Wir sind jederzeit in der Lage, uns für ein Ziel zusammen zu tun und Wege zu finden. Dazu braucht es weder Lehrbücher noch oberschlaue Strukturberater, die “wissen wie es geht”.

Und man darf dabei nicht vergessen, dass Menschen weitaus mehr Freude daran empfinden, Dinge für sich selbst zu entdecken, statt es vorgekaut zu bekommen. Zudem gehe ich felsenfest davon aus, dass Buzzriders als Unternehmen weitaus beweglicher sein wird, wenn es sich natürlich entwickelt, statt in vorgefertigte Schemata reingepresst zu werden. Wenn es uns gelingt, Strukturen zusammen mit Chaos zu mitteln, wird Buzzriders ein Genom auf den Weg mitbekommen, das es reagibel und proaktiv als Unternehmen vor Risiken immunisiert. Man muss sich nur vor Augen halten, wie schnell das Internet voranschreitet. Starre Unternehmen werden weggefegt. Stehenbleiben ist tödlich. 10 Jahre sind zu einer Ewigkeit geworden. Was waren früher 10 Jahre für Unternehmen?

Für diejenigen, die es nicht wissen und was das Besondere an Buzzriders ist: Ich habe in der Tat so gut wie nichts vorgegeben, lediglich dass ich Buzzriders als neues Unternehmensprojekt starten möchte und welche grobe Ausrichtung es haben soll. Und habe alle dazu eingeladen, daran mitzuwirken, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen. Ich habe auch weder eine Unternehmensstruktur noch ein Finanzierungsmodell, geschweige denn einen konkreten Produktplan vorgelegt. Nichts! Und das soll klappen? Besser als die Optimisten denken, weitaus besser als es Pessimisten auch nur ansatzweise ahnen könnten.

Manch einer würde Chaos dazu sagen. Ich sage dazu “Evolution”, im positivsten Sinne. Es hat sich mittlerweile eine sehr organisch gewachsene Struktur ergeben, die immer klarer und effizienter wird. Es ist nicht von oben herab geplant, sondern bottom-up entstanden. Die Mitmachenden haben ihre Wege gefunden, wie geplant und umgesetzt wird. Mitmachende?

Bis heute haben sich mehr als 100 Personen intensiv mit den Möglichkeiten beschäftigt und auseinandergesetzt, was wohl die User virtuell am lokalen Geschehen interessieren könnte. “Geht nicht“, “keiner wird mitmachen“, “klappt nicht” hieß es zu Beginn. Keiner würde sich finden, der Lust hat, von Grund auf Buzzriders aufzubauen. Schulterzuck, auch damit sind wir durch, das Gegenteil zu beweisen. Buzzriders wird mittlerweile von einem “Kernteam” getragen, das sich aus rund 10 Personen zusammengefunden hat, die regelmäßig am Ball bleiben und wesentlich Buzzriders vorantreiben wie auch aufbauen.

Also nochmals: Die Rahmenbedingungen waren absolut nebulös, Strukturen waren keine vorhanden, konzeptionelle Vorgaben zum Produkt gab es so gut wie gar keine, lediglich brainstormings als Initialzündung. Und dennoch entstand daraus etwas.

Alles, was man dazu braucht, ist
- Vertrauen in die Fähigkeit von Menschen
- Mensch überzeugen zu können
- den Willen, offen zusammen zu arbeiten
- den Mut, Fehler zu begehen und willkommen zu heißen
- die Bereitschaft, unterwegs zu lernen, nicht klugscheißerisch alles besser wissen zu wollen
- den Willen, nicht aufzugeben
- Imperfektion als Grundlage für Neues zu betrachten
- eine grobe Vision, wo es hingehen soll.

Don Tapscott hat den Begriff “Wikinomics” geprägt. Der gut zum Buzzriders Gesamtkonzept passt. Meines Wissens ist Buzzriders wohl ein einmaliges Unterfangen auf dem Globus, ein unternehmerisches Vorhaben von der ersten Sekunde an gemeinsam bewusst aufzubauen. Und wird -so meine Hoffnung- als einer der Vorläufer der modernen Unternehmen des 21. Jahrhunderts stehen. Ohne das Internet wäre das so nicht möglich, davon bin ich überzeugt. Mehr noch, es ist gerade wegen dem Netz erst überhaupt machbar. Ich werde auf dem Convention Camp in Hannover, das im November steigt, dazu einige Aussagen treffen, wo die exakten Vorteile bei diesem Vorgehensmodell liegen.

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Der Beitrag wurde am Friday, den 2. October 2009 um 10:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Buzzriders abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

3 Reaktionen zu “IST-Stand Buzzriders, Teil 1”

  1. Karsten B. says:

    Ja wo steht denn Buzzriders jetzt? Irgendwie hast Du in Deinem Posting Deine eigene Frage nicht beantwortet. Da stehen eigentlich nur allgmeine (bzw. Deine) Weisheiten und wenig konkretes.
    Gruß Karsten

  2. Robert Basic says:

    Teil1 = Startphase zu Heute, was das Company Building angeht, wenn Du aber wohl eher das Produkt meinst, dann kommt das in Teil 3 explizit.

    Die Learnings aus Teil 1 mögen Dir unkonkret erscheinen, stellen aber die Basis dar, ohne die nix läuft. Ich gebe die so weiter, wie ich sie erfahren habe.

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