Teil 1: Startphase und Grundlagen
In Teil 2 gehe ich auf die Buzzcamps ein. Was haben sie gebracht, wozu waren sie gut, was haben wir damit erreicht?
Buzzcamps? Man nehme Barcamps, offene Sessionstrukturen und setze Buzzriders als Oberthema. Es handelt sich um eine physissche Veranstaltungsreihe, die am Wochenende stattfindet, die bisher von rund 100 Personen besucht wurde und die dort am Buzzriders Konzept mitgewirkt hatten. Ökonomisch gesehen wurde dort ein Wert von ca. 110.000 Euro generiert, wenn man es rein kostentechnisch betrachtet (basierend auf Zeiteinheiten und Reisekosten/Verpflegung).
Wir haben bisher drei Buzzcamps an wechselnden Location veranstaltet, ungefähr im 4 Wochen Rhythmus. Das nächste Buzzcamp -No.4- kommt am 17./18.10. nach Düsseldorf und findet in den hochkreativen Räumlichkeiten der Agentur Grey statt.
Warum kommen die Menschen zum Buzzcamp? Das hat verschiedene Gründe. Neugier, Faszination eines neuartigen Projekts, Aussicht auf finanziellen Erfolg, Wissensteilung, unternehmerisches Denken trainieren, Networking, usw usf.
Gibt es ein Grundmuster, um was für Menschen es sich dabei handelt? Bisher ist keines zu erkennen. Es ist eine bunte Mischung aus allen Branchen, Expertisen, Arbeits- und Lernverhältnissen und Alterstrukturen. Es handelt sich mitnichten nur um reine Internet Poweruser.
Das erste Buzzcamp kann man wie folgt umschreiben: Die Teilnehmer hatten die härteste Nuss zu knacken, nämlich Buzzriders eine konkretere Ausrichtung zu geben. Das Gemenge an Ideen und Diskussionen hatte die Basis für das Buzzcamp 2 geschaffen. Es zeichnete sich früh ab, dass die Gedanken in Richtung Social Networking gekoppelt mit lokalen Informationen gehen.
Das zweite Buzzcamp war dementsprechend viel konkreter: Ohne dass sich die neuen Teilnehmer persönlich mit den ersten Teilnehmern abgestimmt hätten, ging es erneut in die Richtung Social Network gekoppelt mit Lokalinfos im Sinne von bürgerjournalistischen News.
Beim dritten Buzzcamp wurde diese Grundausrichtung mehr als deutlich, da sich in der Zwischenzeit Mitmacher zusammengefunden hatten, die über die Buzzcamps hinaus an Buzzriders begonnen hatten mitzuwirken. Zwischen dem zweiten und dritten Buzzcamp kristallisierte sich ein Kernteam heraus, die sich selbst organisierten und selbständig weiter am Konzept mitdachten. So ist es kein Wunder, dass wir in Frankfurt eine Minibuzzcamp Meeting abhielten, vor dem dritten Buzzcamp noch. Und die Grundausrichtung explizit festhielten.
Auf dem dritten Buzzcamp haben wir folgerichtig die Grundelemente ausgearbeitet. Das grob unterteilt wie folgt aussieht: Finanzplan (hier mit Schwerpunkt auf Beteiligung der Mitwirkenden), Grundelemente eines lokalen Social Networks, Registrierungsprozess, Marketing (hier Schwerpunkt Slogan… das hört sich nach wenig an, subsummiert aber zahlreiche Gedanken, was ungemein wichtig ist) und Grundansätze, wie man aus den lokalen Modulen bürgerjournalistische News generieren könnte.
Die Buzzcamps gehen nicht nur einher mit der Bildung eines Personenkreises, der sich intensiv mit Buzzriders befasst, sondern auch mit dem virtuellen Zusammenarbeiten, um nicht nur auf die Buzzcamps angewiesen zu sein. Auch das ist ein fließender Prozess, den man als iterativ betrachten kann. Kein Wunder, denn sobald sich ein Kernteam gefunden hat, braucht man virtuelle Lösungen für die kontinuierliche Zusammenarbeit, unabhängig einer physischen Location. Klingt banal, ist es aber nicht. Um die Tragweite zu verdeutlichen: Es war zu Beginn überhaupt nicht klar, wie man denn virtuell zusammenarbeiten wird, wo entschieden wird, was zu tun ist, wer entscheiden wird. Entscheidet bei Euch im Unternehmen etwa ein Außenstehender im Sinne von Nicht-Mitarbeiter so mit? Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen, was das bedeutet! Antwort: Es hat sich ergeben, so wie ich es mir gewünscht hatte, dass es nicht vorgegeben werden darf. Ich will an dieser Stelle nicht weiter ausholen, was diese neuartigen Mitentscheidungsprozesse bereits in der Wiege des Unternehmens bedeuten. Genug Denkfutter für Weiteres.
Es ging und geht um das Finden einer Lösung, die Kommunikation, Dokumentation, Teambuilding, Workflows wie auch Taskmanagement ermöglicht. Was letztlich die eigentliche Arbeit am Buzzriders-Konzept darstellt. So viele Projektmanagement Tools es da draußen auch gibt, aber so wirklich zufrieden ist man mit keinem. Demnach wächst es organisch zusammen. Momentan bauen wir uns unsere Wunschlösung Stück für Stück unter dev.buzzriders.com zusammen. Die momentan wie folgt aussieht bzw. aussehen wird: Forum, Wiki, Laconica und ein Projekttool. Nebst einem Blog, GitHub, Mixxt.com für die Buzzcamps und statischen Erklärbärseiten. Hört sich simpel an? Wenn man es konsequent laufen lässt, dass sich Stück für Stück eine Lösung findet, um verschiedene Needs abzudecken, dann nicht:) So hat es sich zB gezeigt, dass ein Forum alleine bei Weitem nicht genügt, alle Mitglieder adäquat und zeitgerecht, ohne dass es zuviel Zeit raubt, zu informieren. Demnach braucht man -was man erst dann erkennt, wenn man das Forum nutzt- eine fließende, knappe Kommunikation, die öffentlich ist und das “Buzzriders-Leben” (und Miterleben) stetig vermittelt. Den Kermitgliedern ebenso wie denen, die sich hin und wieder einklinken wollen. Bin selbst überrascht, dass Twitter-Erfahrungen für die Projektkommunikation nützlich sind.
Es ist anzunehmen, dass wir uns über das Laconica-Tool (wer es nicht kennt: Eine Open Source Lösung angelehnt an Twitter) informell auf dem Stand halten, woran wir gerade arbeiten und spinnen, nebenbei den Teamspirit stärken (was immens wichtig ist und nicht unterschätzt werden sollte), auf dem Forum formeller werden, dort Entscheidungen treffen, um letztlich im Wiki die Entscheidungen und Tasks festzuhalten. Die ins Projekttool überführt und im Blog nach außen berichtet werden.
Nebst den neumodischen Maßnahmen zur Projektbewätligung haben wir ein telefonisches JourFix auf Wochenbasis eingeführt. Auch das ist recht neu und befördert das Projekt ungemein. Zudem treffen sich einzelne Kernmitglieder immer wieder zwecks persönlichem Austausch.
Aber um es ganz deutlich zu sagen: Nicht die virtuelle Zusammenarbeit entscheidet, sondern die Personen, die ein Gesamtteam ausmachen. Es ist unterm Strich nicht so wichtig, ob man nun ein Forum hat, das gelb angestrichen ist, oder ein Wiki, das hervorragend dokumentiert. Die Macher finden ihren Weg zueinander. Dazu waren die Buzzcamps unabdingbar, damit die Teilnehmer zusammenfinden, aus denen ein Kernteam entstanden ist.
Summa summarum?
- Die Buzzcamps waren unabdingbar für die Grundausrichtung von Buzzriders
- ohne Buzzcamps kein Kernteam
- die regelmäßigen Teilnehmer sorgen für den Austausch mit den neuen Teilnehmern, um die Grundausrichtung weiter zu spezifizieren
- das persönliche Element geht weit über das Virtuelle hinaus
- virtuelle Zusammenarbeit ergibt sich nachrangig, wird zunehmend wichtiger
Wenn ich nun an die drei Buzzcamps und das, was sich daraus ergeben hat, zurückdenke, dann muss ich selbst kräftig staunen, obgleich ich ein Anhänger offener Strukturen und Vorgehensweisen bin: Dass man auf diese Weise ein Unternehmen, ein Produkt und ein Gesamtpaket auf die Beine stellen kann, ist erstaunlich. So radikal anders als herkömmliche Unternehmensgründugen. Das, was als Experiment gestartet ist, hat das Experimentalstadium verlassen. Es ist nicht verworfen worden, sondern hat sich mehr als produktiv bewiesen. Vieles mögen Dritte noch viel besser machen, schneller, weiter, höher, von mir aus:) Machen, nicht reden. Buzzriders ist folgerichtig ein zweigeteiltes Projekt: Das Produkt als solches und das Werden des Produktes nach dem Wikinomics-Prinzip (“company & product building” zugleich).
Im dritten Teil kommen wir zu dem, was viele ungeduldig einfordern: “Wir wollen was sehen”. Anklickbare Webseiten und dergleichen Profanes:) Das Produkt. Wer die ersten beiden Teile verstanden hat, braucht an sich das Produkt nicht zu sehen, kann für sich abstrahieren, wie man Dritte an Unternehmen beteiligen kann. Wer sich nur für das Produkt interessiert, der möge den dritten Part lesen (hätte ich auch vorher sagen können, dass man sich den zweiten Part schenken kann:). Coming.


[...] seine aktuellen Beiträge scheinen zu beweisen, dass man das Schreiben auch verlernen kann. Robert Basic betreibt inzwischen [...]
jetzt las ich mir das hier mal durch und ich muss sagen, das ding wird floppen. Wie heißt es so schön: “Viele Köche verderben den Brei”. Außerdem, welche Kundenbedürfnisse werden befriedigt, welche Probleme behoben, die andere nicht schon viel besser beheben. Weiß jemand von euch, welche anzahl man an besuchern benötigt, damit das ding überhaupt rentierlich läuft? Schade um die Zeit sage ich nur. Sucht euch ein anderes Projekt. In 5 Jahren werdet ihr mir recht geben.
@Hans, ok, eine Annahme. Was andere gut lösen und was nicht, wird sich erst zeigen, wenn die Webwelle auch da mal angekommen ist. Im Lokalen meine ich.