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Tag 2: Zwischenfazit

siehe Tag 1: Zwischenfazit

Nach der Veröffentlichung meines Verkaufvorhabens am Donnerstag, dem 18.12. kurz vor Mitternacht ist der Buzz heute etwas abgeflacht. Was kein Wunder ist, da die meisten Argumente genannt wurden, ein Wiederholunsgeffekt auftritt und außerdem ist es jetzt Wochenende.

Der Großteil der Diskussionen dreht sich um den “ich werde als Follower verkauft”-Effekt. Ausgehend von 5.050 Followern vor der Ankündigung sind es nun 4.834 Follower (-4%). Dazu beigetragen haben netzwerkartige Effekte über den Meme “#unfollow @robgreen”, um der Missbekundung einen Ausdruck zu verleihen.

Ich wurde nunmehr häufiger gefragt, wie ich zu dem “Verkauf von Followern” stehe. Natürlich sehe ich das anders, da ich rein logisch gesehen keine Follower verkaufen kann und darüber hinaus handelt es sich um Individuen, die naturgemäß selbst entscheiden, wem sie auf Twitter folgen und warum:) Wer mit dem Verkauf nicht einverstanden ist, unfollowed eben, so einfach ist das und das respektiere ich voll und ganz. Der absolute Großteil allerdings followed weiterhin, auch das ist Fakt und bestätigt meine folgende These.

Was ich mit dem Verkauf von @robgreen faktisch mache, ist ein Informationsinteresse an einem Kanal zu verkaufen, der schwerpunktmäßig IT News (vorwiegend Internetthemen) publiziert. Den Bedarf habe ich seit jeher abgedeckt, angefangen mit dem Basic Thinking Blog, weitergeführt via Twitter. Genau das ist auch der Ansatzpunkt für einen potentiellen Käufer, der das Interesse noch besser bedienen kann, als ich es in Zukunft zu leisten vermag.

Davon zu trennen ist der Teil der Follower, der ein ausschließliches Interesse an meiner Person hat, aus welchen Gründen auch immer. Für diesen Teil ist ein weiteres Following wenig sinnig. Freunde und Bekannte dahingegen interessiert es nicht, wo ich mich im Netz aufhalte, es gibt zig Wege miteinander in Verbindung zu bleiben. Ein weiterer Teil der Follower ist neutral aber neugierig, wer den Kanal in Zukunft bedienen wird und wartet damit ab, ob man weiter followed oder nicht.

Für die Abteilung “emotionale Gründe” bin ich auf Twitter nicht zuständig, was Pros und Contras angeht, die mit der Verkaufsaktion einhergehen. Und kann wenig zu emotionalen Argumenten sagen, die teils aus einem Eigenverständnis resultieren, was Twitter sein soll, teils aus einem Eigenverständnis stammen, was digitale Identitäten sein sollen. Zu unterschiedlich und zu diffus sind die Argumente, um das genauer zu analysieren. Gerade das Thema “Ökonomie von Aufmerksamkeiten” wird höchst irrational behandelt. Der Firmenwert von Twitter wird manchmal auf +1 Mrd USD geschätzt, beruhend auf den Usern, sonst nichts anderem. Als User ist man -ob man will oder nicht- Teil dieses ökonomischen Systems und manche betrachten sich dennoch außerhalb dieses Systems stehend. So weit reicht meine Rationalität nicht, um ökonomische Anti-Argumente wie “fühle mich als Follower verkauft” in letzter Konsequenz zu verstehen. Twitters Geschäftsbasis ist exakt dies, der Handel mit Usern, Aufmerksamkeit, Informationsinteressen privater und wirtschaftlicher Natur (man denke bspw. an den jüngst abgeschlossenen Deal mit den Suchmaschinengiganten Google und Microsoft [= "Bing"]). Im Gegenzug erhalten die User ein System, um sich auszutauschen. Ein fairer Deal imho und es gibt wenig daran auszusetzen.

Ein seht interessantes Phänomen bleibt abschließend festzuhalten: Es war mir nicht ganz klar, wie intensiv der Buzz sein wird. Dass er allerdings imho den Buzz um den Verkauf des Basic Thinking Blogs übersteigt, war auch für mich überraschend. Auch hierum drehen sich viele Fragen, was denn wohl der Account überhaupt wert sein soll. Meine Antwort = Buzz + Informationsbedürfnis via einem extrem gutem Kurzinfokanal. Der Bieter wird diesen Buzz bei seiner Entscheidung berücksichtigen, da er gegenüber einer Anzeigenschaltung kostentechnisch betrachtet günstiger fahren wird. Heißt: Der Wert des Accounts @robgreen setzt sich ungefähr gleichgewichtig aus dem Startvorteil (und damit der Bedienung der Informationsbedürfnisse) und der medialen Awareness (Print + TV) zusammen. Letztlich wiederholt sich auch hierbei die Geschichte. Argumente, wie man bloß seine Leser verkaufen kann (Basic Thinking Verkauf “danach”: das Bedürfnis an Informationen war sehr viel stärker) bis hin zu Effekten “woraus setzt sich der Kaufwert zusammen”, wiederholen sich.

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Der Beitrag wurde am Saturday, den 19. December 2009 um 14:35 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemeines abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

17 Reaktionen zu “Tag 2: Zwischenfazit”

  1. [...] Tag 2: Zwischenfazit (Buzzriders) [...]

  2. Ahmet Topal says:

    Wirst du @robgreen überhaupt deinen Account verkaufen können? Twitter behauptet das Gegenteil…

  3. Tom Siwik says:

    Natürlich wird der Käufer diesen Jojoeffekt miterleben. Das ist auch, finde ich, der einzige Anreiz überhaupt zu kaufen. Allerdings, so denke ich, wollten die meisten Leute eher wissen, was denn mit dem damaligen Besitzer von Basicthinking passiert ist und was er schon wieder anstellt.
    Dabei spielt der Twitteraccount aber eher eine sekundäre rolle. Nicht alle reißen sich drum. Fakt ist, in Deutschland ist Twitter noch lange nicht so populär wie woanders.
    Aber dennoch, ich wünsche viel Glück mit dem Vorhaben. Ich bin keineswegs neidisch auf das Ganze sondern extrem neugierig wie der Kaufpreis aussehen wird.
    Vielleicht überleg ich mir dann auch meinen Account zu verkaufen der mit satten 80k Followern doch schon ins Auge sticht (leider aber nicht alle Deutsch).

    Teu teu teu.

  4. Frank says:

    Hey, wir haben auch schon das erste Angebot erhalten. Wenn es auch kaum der Ree wert ist.

  5. Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by RobGreen: Tag 2: Zwischenfazit Verkaufsaktion http://bit.ly/7yPd5R...

  6. ad says:

    Dieses Geblubber von den Twitter-Spammern, die jetzt hier und in den anderen Blogs mit ihren 5-stelligen Followern hausieren gehen, ist mehr als peinlich. Wollte ich nur mal gesagt haben…

  7. Raventhird says:

    “So weit reicht meine Rationalität nicht, um ökonomische Anti-Argumente wie “fühle mich als Follower verkauft” in letzter Konsequenz zu verstehen.”

    Dafür bräuchte man keine Rationalität, sondern vielmehr Emotionalität. Dieser widerliche Marketingtext, den Du da oben als Rechtfertigung mit zig paradoxen Argumentationsketten hinfabrizierst, klingt ein bisschen so, als hätte es in Deinem Kopf auch ein bisschen rumgeBUZZT und als wäre Dir auch klargeworden, dass das wohl keine so gute Idee war. Ich wünsche Dir jedenfalls von Herzen, dass die Aktion misslingt und hier das einzige Medium bleibt, wo noch von “BUZZ” im Zusammenhang mit dieser Aktion gesprochen wird, schon im Interesse der Erhaltung von Twitter als Kommunikationsplattform tue ich das, sonst kommen demnächst in Scharen die Vollhonks, die nur noch Follower aus dem Grunde sammeln, sie irgendwann wieder zu verhökern. Und: Der Grund, warum es doch bisher 5% Prozent sind, die abgesprungen sind ist der beste Beweis dafür, dass so ein Account nichts wert ist: Es sind tausende Karteileichen unten den hohen Zahlen, die eben keine “Influencer” oder sonstwas sind, die von einer solchen Aktion mitbekommen, sondern schlicht “Einmalausprobierer”, die danach Twitter wieder verlassen. Wer immer das kauft: Glücklich wird er nicht damit.

  8. proxylittle says:

    @Raventhird richtig! meine rede. Nicht umsonst gibt es 1000 Twittertools die one-time-follower unfollowen. Blacklist-tools die Spammer wegschaffen und Anti-Script unfollow-tools. Twitter besteht aus 50% spam, 25% api und der rest ein mischmasch von engagierten bis hin zu rentnernt die es mal ausprobieren.
    Leider kann man nicht vorhersagen wieviele follower eine bestimmte Zielgruppe representieren und welche nur ‘noname’ als follower fungieren. Deshalb würde ich vorschlagen dem Käufer eine 3 Tage probefahrt anzubieten ;) Das wär garnicht mal so schlecht…

  9. Dirk says:

    @ Frank: “Hey, “WIR” haben auch schon das erste Angebot erhalten.” Ist Buzzriders eigentlich ein eingetragener Verein oder ein Unternehmen, deren Teilhaber du bist?

  10. ich muß ja zugeben das ich schon den verkauf von dem Blog verfolgt habe und das was man bis jetzt so über den Verkauf von dem Twitter lesen konnte ist zum teil sehr Interessant.

    Was mich ja am meisten Wundert ist das es mehr Buzz macht wie der verkauf von dem Blog, kann das jemand erklären??

  11. [...] Sevenload-Gründer und Buchautor Ibrahim Evsan und den Blogger Robert Basic, auch wenn er gerade seinen Twitter-Account zum Verkauf angeboten hat (wie schon vor neun Monaten sein [...]

  12. Ahmet Topal says:

    @Dirk
    Das ging mir gerade auch so durch den Kopf :)

  13. C says:

    sind gespannt auf das Ergebnis! Good Luck

  14. Matthias says:

    @robgreen Auf meine Anfrage, ob ich @swisstweets vekaufen darf, wurde mir von Twitter folgendes beschieden: “Twitter does not allow selling or buying of accounts!” Aber das waren nur die Supportdrohnen. Jetzt versuche ich mal, eine gescheitere Adresse für meine Anfrage zu finden.

  15. @ad: Eigentlich peinlich isses doch wohl, mit einem Keyword zu kommentieren, oder. Das nenn ich Spam.

  16. Kai says:

    Mit dieser Reaktion war wohl zu rechnen. Vielen ist es halt einfach ein Rätsel, wie man darauf kommen kann, seinen Twitter Account zu verkaufen. Nun spaltet sich die Blogosphäre ;-)

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