Nach dem Artikel “Buzzriders-Module” und den dahinter stehenden Gedanken “Soziales Netz im Lokalen” eine schematische Zeichnung des User-Moduls.
Das User-Modul stellt den Container für den Nutzer da. Welche Informationen werden dort abgelegt und verwaltet?
1. Registrierungsprofil
2. Personendaten
3. Interessensgebiete
4. Freundschafts-, Lokations- und Themennetze (nicht komplett dargestellt in Schema)
5. Privacy-Angaben
6. Nachrichtenfluss (nicht dargestellt in Schema. Hier: Inbox, Kontaktanfragen, Nachrichten- und Aktivitätsabos von Usern, Lokationen und Themen)
Aufgrund der Sensibilität der Adressangabe wird dem User die Möglichkeit geboten, sein echtes Profilbild vor Fremden zu verstecken, stattdessen kann er ihnen ein Alternativbild anzeigen. Dazu gehört ebenso das Geschlecht, seine Mail, seine Wohnortadresse, sein Geburtsdatum und seine Interessensgebiete. Um ihm diese Angaben so einfach wie nur möglich ändern zu lassen, wird er iphone-artige Schaltflächen neben den einzelnen Profilfeldern vorfinden, um zu bestimmen, wer was sehen darf.
Was leitet sich noch aus dem User-Modul ab?
1. Kommunikation: Ortsbezogen = Housing-Mail
Sobald der User seine Adresse erstellt hat, kann er auf Wunsch ein Housing-Mail versenden. Entweder an seine Adresse oder an eine beliebige, andere Adresse. Zudem wird er eine “Aktivität” (dazu gleich mehr) senden können, dass er “eingezogen” ist. Wie sieht die Housing-Mail aus?

Sie ähnelt einem Mailformular, nur mit dem Unterschied, dass man keine Personen anmailt, sondern Orte. Der User kann frei bestimmen, ob er eine Nachricht an einen Ort, Ort+PLZ, Ort+PLZ+Straße oder Ort+PLZ+Straße+Hausnummer etwas versenden möchte. Mit Text, Bild und/oder Video. Je nachdem wird die Nachricht eine unterschiedliche Verbreitung erfahren. Auszutesten ist, ob man verschiedene Vertrauensstufen und/oder aber Rechte benötigen wird, um gesamte Städte/Stadtareale anzumailen. Die anderen User vor Ort können die Nachrichten empfangen, indem sie entweder die Adress-Lokation explizit aufrufen oder aber ein entsprechendes Abo eingerichtet haben, das ihnen die Nachrichten im Userprofil anzeigt. Hiermit ist es möglich, unabhängig etwaiger Freundschaftsbeziehungen Nachrichten ortsbezogen zu erhalten. Was für einen steten Informationsfluss und die Vernetzung mit Dritten unabdingbar sein wird.
2. Was kann ein User noch tun, um sich vor Ort zu vernetzen?
Der User kann im Profil seine Interessensgebiete anlegen. Diese werden nach Eingabe mit einer Suche nach Usern mit gleichen Interessen vor Ort gekoppelt. Siehe zum Beispiel Xing. Oder Facebook. Social Networking Standard. Die Suche ist ein separates Thema und wird hier nicht behandelt. Was ich ebenso außen vor gelassen habe, ist das aus “Formspring” abzuleitende Konzept, dass man Usern Fragen stellen kann, die im Profil beantwortet angezeigt werden. Eine exzellente Geschichte, allerdings in der Roadmap einen Release später zu sehen.
Soweit so gut: Der User kann sich kurz und knackig beschreiben. Er kann kommunizieren (hier: nur Housing-Mail beschrieben. Im Artikel Kommunikations-Modul werden die anderen Kommunikationsmöglichkeiten ausführlich genannt). Er kann sich vernetzen. Und er kann suchen. Punkt. Das ist bereits schon das User-Profil in der ersten Stufe. Privacy-Angaben, explizite Lokations- und Themenfunktionen werden in den anderen Modulen abgedeckt. Wie er sich vernetzen kann und welche Möglichkeiten zur Abbildung von “Aktivitäten” bestehen, wird Aufgabe des Kommunikationsmoduls sein.
3. Was noch? Vorab: In der ersten Stufe des User-Moduls wird das folgend beschriebene System allerdings kein Bestandteil sein! Erst dann, wenn das Themen-Modul steht. Um das Anlegen von Themen zu fördern, wird ihm das System unmittelbar nach Angabe der Interessen anbieten, eine eigene Gruppe unter diesem Stichwort zu erstellen oder einer bestehenden Themengruppe vor Ort beizutreten.
A. Wählt er “eigenes Thema erstellen”, wird er wählen können, ob es sich um ein öffentliches oder aber privates Thema (damit nicht sichtbare für Dritte ohne explizite Einladung) handelt.
B. Wählt er “bestehendem Thema beitreten”, wird er angeben können, ob seine Mitgliedschaft offen oder versteckt angezeigt wird.
C. Seine Aktivität wird auf Wunsch wie folgt publiziert:
- Freunden mitteilen
- örtlich mitteilen (Housing-Mail System greift auf Adressangabe des Themenprofils zu)
- thematisch verwandten Themengruppen vor Ort mitteilen (die unter dem gleichen Stichwort angelegt wurden)
Um es deutlich zu sagen: Themen vor Ort müssen nicht unendlich bequatscht werden im Sinne eines Forums. Sie können wunderbar dazu dienen, Interessierte zu einem Thema auf Personenebene zusammenzubringen, ohne dass man auch nur einen Ton in der Themengruppe von sich geben muss. Exakt so werden auch zahlreiche Facebook-Pages genutzt. Sie stellen eine wunderbare Art von user generierter Suchfilterung dar.
4. Weitere Vernetzungsmöglichkeit über Adressangaben
Neben Housing-Mail, Themen und Interessensgebieten kann der User natürlich auf Ortsebene nach Personen suchen. “Wer wohnt in meiner Straße”, “wer hat in meiner Nähe ähnliche Interessensgebiete”, etcpp. Wichtig ist dabei, dass der User Spaß bei der Suche hat. Hierzu wird uns ein Karusell-artiges System dienen, das man annähernd mit dem Cover-Flow von iTunes vergleichen kann. Gesichter… Gesichter.. Gesichter.
5. Unterschied zwischen “etwas tun” und “etwas sagen”
Ein System wie Twitter lebt davon, dass User etwas sagen. Das fällt jedoch selbst bei der eingeschränkten Zeichenanzahl vielen Usern schwer. Die Aktivitätsquote ist nicht ohne Grund bemerkenswert gering. Die durchschnittliche Following-Zahl entsprechend ebenso. Facebook macht es da wesentlich geschickter: Es reportet Aktivitäten (“User hat Bild…”, “User ist vernetzt mit…”…), nicht nur “Gesagtes”. Das wiederum führt zu einer ungleich höheren Aktivitätsquote. Und bietet anderen Usern ungleich mehr Anknüpfungspunkte, das System zu nutzen. Und viel bequemer geht es nicht mehr, was die sprechfaulen User angeht, die eine große Mehrheit darstellen. Das wird auch der Grund sein, warum Buzzriders mehr einer Facebook-Timeline denn einer Twitter-Timeline ähneln wird. So wird der User in seinem Profil eine unterteilte Timeline wiederfinden: “Wer sagt was”, “Wer macht was”, “Wer mit wem”, “Was passiert wo”.
6. Buzzing / Zooming
Ich habe schon mehrfach von Zooming gesprochen, anhand von Housing-Mail wird das Prinzip klar. Jeder User hat vor Ort die Möglichkeit den Informationsfluss örtlich einzuschränken oder aber zu erweitern. Prinzipiell gefiltert nach Freunden und Fremden (-> “zeige mir Aktivitäten/Nachrichten von Freunden oder aber von Dritten an”). Um sich aber besser im wachsenden Strom an Informationen zurecht zu finden, wird das Buzzing eines der Leitprinzipien zum Weitertragen wichtiger Informationen sein. Wir kennen das bereits über Twitter = Retweeting oder von Digg.com = Digging. Es wird spätestens dann wichtig, wenn sich vor Ort erste, nachbarschaftliche Nachrichtennetze bilden.
7. Zusammengefasst
Im Großen und Ganzen wird der User ein knappes Profil vorfinden, mit wenig auszufüllenden Daten und einer schnellen Kontrolle seiner Sichtbarkeit. Er kann nach Belieben feinere Funktionen zum Austausch und Vernetzen benutzen oder aber die “groben”, sehr simplen Funktionen verwenden. Hier wird die GUI und das Layout eine große Rolle spielen, nämlich das Prinzip “easy to learn, hard to master” übertragen aus der Spieleindustrie zu unterstützen. Das, was oben schematisch gezeichnet wurde, wird durch das kommende Buzzcamp No. 6 verfeinert. Denn, wie immer gilt: Was trocken aussieht, zieht nicht. Was spielerisch aussieht, senkt Barrieren und motiviert selbst in Orten, wo man der erste User ist. Das wird zentraler Bestandteil vom Buzzcamp 6 sein, spielerische Elemente einzubringen.
Sehr schönes Projekt es überzeugt mich schon jetzt in vielen Punkten. Vorallem da es viele neue Ideen und Möglichkeiten gegenüber normalen Social Networks weckt, ich bin echt gespannt wie die Umsetzung aussehen wird. Die Planung ist aufjedenfall schon einmal spitze! Weiter so!